Update vom 25. September 2020

  • Selbständige, die ihre Arbeit wegen behördlicher Einschränkungen niederlegen müssen, erhalten weiterhin und längstens bis zum 30. Juni 2021 Erwerbsersatzentschädigung.
  • Selbständige, die ihre Arbeit wegen Corona bloss eingeschränkt ausüben können oder unterbrechen müssen, erhalten weiterhin und längstens bis zum 30. Juni 2021 Erwerbsersatzentschädigung.
    • Als «massgeblich eingeschränkt» gelten Personen, die eine Einbusse ihres Umsatzes von mindestens 55 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2015 bis 2019 hinnehmen mussten.
    • Es muss ein Erwerbs- oder Lohnausfall vorliegen. Damit wird verhindert, dass Inhaber einer AG oder GmbH sich trotz Umsatzeinbusse den Lohn unverändert auszahlen.
  • Zu den Anspruchsberechtigten können auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung zählen.
  • Der Bund hat eine Grundlage geschaffen, um Unternehmen in der Reise-, Event- und Kulturbranche finanziell zu unterstützen. Wie diese Härtefall-Massnahmen aussehen können, ist noch offen.

Selbständigerwerbende haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Im Rahmen der Corona-Erwerbsersatzentschädigung hat der Bundesrat aber Sofortmassnahmen auch für sie beschlossen. Informationen dazu gibt es im Merkblatt 6.03 – Corona-Erwerbsersatzentschädigung.
 

Das gilt seit der Corona-Krise

Selbständigerwerbende können bei der Ausgleichskasse eine Entschädigung beantragen. Der Erwerbsersatz beträgt 80 Prozent des Einkommens, aber maximal 196 Franken pro Tag. Sie haben Anspruch auf Entschädigung, wenn Sie Ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen mussten,

  • weil die Fremdbetreuung Ihrer Kinder nicht mehr gewährleistet ist,
  • weil Sie sich aufgrund ärztlicher Verordnung in Quarantäne befinden,

Sie haben ebenfalls Anspruch, 

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  • wenn Sie Ihre Arbeit wegen Corona nur massgeblich eingeschränkt ausüben können oder ganz unterbrechen müssen.

Auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung können je nach Umständen einen Anspruch auf Erwerbsersatz haben.

Beispiel

Ein Podologe (Einzelfirma) mit zwei Mitarbeitenden muss den Betrieb schliessen. Der eigene Verdienst fällt zu 100 Prozent aus trotz weiterlaufender Fixkosten. Für die Mitarbeitenden kann der Inhaber des Salons Kurzarbeit beantragen, den eigenen Verdienstausfall meldet er bei der Ausgleichskasse an.

Gut zu wissen: Bis zum 16. April wurden Gesuche von indirekt Betroffenen abgelehnt, weshalb danach auch diese Personen ein Gesuch stellen konnten (rückwirkend ab Erwerbseinbruch oder frühestens ab 17. März).

Wie lange die Entschädigung fliesst, hängt vom Grund für den Ausfall der Erwerbstätigkeit ab: Bei Quarantäne sind es maximal 10 Tage. 

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Gut zu wissen: Auch Selbständigerwerbende können die Höhe ihrer regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen lassen, wenn die Summe der Löhne wesentlich gesunken ist.

Gesuch auf EO-Entschädigung: Das sollten Selbständige wissen

Gut zu wissen: Mittlerweile ist kein Betrieb mehr offiziell von der Schliessungspflicht betroffen. Wenn Sie jedoch zu jenen Selbständigen gehören, die weiterhin von den Corona-Folgen stark betroffen sind, kann der Anspruch auf eine Entschädigung weiterbestehen. Melden Sie sich am besten bei Ihrer zuständigen Ausgleichskasse

Die Entschädigung wird durch die AHV-Ausgleichskassen ausgerichtet – und zwar monatlich rückwirkend. Zwischen Anmeldung und Auszahlung liegt also in der Regel ein Monat.
 

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Haben Sie zu wenig Geld von der Ausgleichskasse erhalten?

Grundsätzlich macht ein Wiedererwägungsgesuch auf Neuberechnung der Erwerbsersatzentschädigung dann Sinn, wenn die Akontobeiträge für 2019 nicht auf die neueste verfügbare Steuerveranlagung durch die Ausgleichskasse angepasst wurde. Es geht also um Fälle, in denen die Ausgleichskasse die Akontobeiträge nicht aktualisiert hat, was bei den betroffenen Versicherten unter Umständen zu einer zu tiefen Corona-Erwerbsentschädigung geführt hat.

Versicherte können in dieser Situation bei der Ausgleichskasse eine Neuberechnung ihres Corona-Erwerbsersatzes verlangen. Ebenso können Versicherte, für die inzwischen eine definitive Steuerveranlagung 2019 vorliegt (das dürfte eher selten sein), eine Neuberechnung aufgrund dieser Einkommensbasis verlangen.

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Die Kassen sind in der Regel sehr offen und gehen unkompliziert auf Anliegen bezüglich der Berechnung ein, wie dieser Beratungsfall des Beobachters zeigt.

Achtung: Eine rückwirkende Anpassung des bereits verfügten Corona-Erwerbsersatzes, weil inzwischen eine neuere definitive Steuerveranlagung vorliegt, ist aber ausgeschlossen.

«Wir halten Sie und Ihr KMU auf dem Laufenden.»

Urs Gysling, Leiter Beobachter-Edition

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