Gut eingerichtet hat sich David Hafner mit seinem Job: Neben der Schule arbeitet er in Baden als Pizzakurier. Arbeitsbeginn ist Freitag, 18 Uhr, Arbeitsschluss Samstagmorgen, vier Uhr. Dann ist er meistens um halb sechs im Bett. «Ich schlafe bis halb elf und habe dann noch fast den ganzen Samstag vor mir.» Den lässt er nicht untätig verstreichen: An die Nachtschicht vom Freitag hängt er noch eine am Samstag, diesmal aber mit Freunden und Partys. «Dann bin ich jeweils kaputt und schlafe am Sonntag lange aus.»

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Die Kunden wollen nachts plaudern

Die Arbeit als Pizzakurier an sich ist einfach: Der Chef – sein Bruder – teilt ihm die Lieferungen zu, David nimmt die Pizzas aus dem Ofen, packt je nach Wunsch Salat, Bier oder Wein ein und fährt los. Mit dem Roller verteilt er die Pizzas im Umkreis von etwa zehn Kilometern. «Wenn ich durch die Nacht fahre, ist das schon ein spezielles Gefühl. Genau kann ich es nicht beschreiben, aber ich fühle mich irgendwie frei.» Meist ist auch seine Kundschaft jung – oder einsam. «Es kommt immer wieder vor, dass mich ein Kunde auf ein Bier einladen oder plaudern will, vielleicht aus dem Gefühl, ich sei um diese Zeit nicht richtig am Arbeiten.» Dauerhaft zum Nachtarbeiter aber wird David nicht, das sei ihm zu anstrengend. Jetzt hat der Job für ihn vor allem einen Vorteil: «Es gibt zwei Franken mehr Lohn pro Stunde.»