Manfred Hofer* (Name geändert) wollte eigentlich bloss vier Bücher per Post nach Spanien senden. Doch dann kam ihm die Digitalisierung dazwischen. Denn einfach so ein Paket verschicken, das ist nicht mehr ganz so einfach. Weil es auch in Zürich nicht mehr Poststellen an jeder Ecke gibt, ging Hofer mit seinem Päckli zu einer Post-Partnerfiliale – einer Apotheke.

Doch damit begann der Spiessrutenlauf. Pakete werden erst verschickt, wenn die Kundschaft die Ware für den Zoll vorgängig zu Hause elektronisch erfasst hat. Folglich erhielt Hofer einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem eine Website angegeben war. Seit Anfang 2020 müssen Waren fürs Ausland gemäss den Regeln des Weltpostvereins und der International Post Corporation im Vorfeld elektronisch deklariert werden. Die Post muss diese Informationen dem Bestimmungsland übermitteln – noch bevor das Päckli unterwegs ist. 

Zu Hause wählte Hofer am Computer die Variante «Paket versenden», worauf er für die vier Bücher ein fünfseitiges Formular ausfüllen musste. Die Versandkosten beliefen sich auf 37 Franken. Erst später sah er, dass die Variante «Kleinsendungen» nur 23 Franken für Pakete bis zwei Kilo kostet. Für die Zolldeklaration erfasste er die Bücher und druckte den Strichcode aus. Dann ging es zurück in die Apotheke.

Vergebliche Liebesmüh

Doch dort konnte man mit dem Strichcode nichts anfangen. Hofer musste zu einer normalen Poststelle. Denn: «Partnerfilialen können Pakete aktuell noch nicht selber elektronisch erfassen und deklarieren. Dafür sind sie technisch noch nicht ausgerüstet», bestätigt eine Post-Sprecherin. Man bedaure den Ärger des Kunden. Die Post arbeite daran, für die Partnerfilialen eine Lösung zu finden. Im Oktober soll dann rund die Hälfte so ausgerüstet sein, dass Sendungen ins Ausland elektronisch erfasst und deklariert werden können. 

Wer die Waren bei sich zu Hause nicht erfassen kann, könne sich auch auf der Post helfen lassen. Allerdings zahlt man dafür drei Franken. Nur: Auch das funktioniert in den Post-Partnerfilialen bis auf weiteres nicht.

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Otto Hostettler, Redaktor

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