Was lange währt: In Nr. 21 bemängelte der Beobachter, dem Verband der Schweizer Auto-Importeure (VSAI) pressiere es überhaupt nicht damit, eine konsumentenfreundliche Regelung der Autorückrufe zu schaffen. Nun ist die Kritik erhört worden: Seit kurzem findet sich auf der Homepage des Importeurverbands (www.auto-schweiz.ch, «Rückrufe» anklicken) eine Liste der von den einzelnen Autoherstellern wegen Fabrikationsmängeln in die Garage zurückgerufenen Fahrzeuge.

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«Sobald uns ein Importeur eine neue Rückrufaktion meldet, wird sie sogleich ins Internet gestellt», verspricht Rudolf Blessing vom VSAI.

Das ist immerhin ein Anfang, auch wenn die Aufzählung noch unvollständig ist (erfasst werden nur Rückrufe seit 1. September). Hauptmangel ist aber, dass die Importeure selber darüber entscheiden, ob ein Rückruf als «sicherheitsrelevant» oder nur als Serviceaktion dargestellt wird was zu Beschönigungen führen kann. So steht beim Rückruf der Ford-Explorer-Geländewagen, der Austausch der Firestone-Reifen sei «nicht sicherheitsrelevant». In den USA starben aber mehr als 200 Menschen, weil die Reifen platzten. Deshalb gilt vorerst: den Wagen auch dann in die Garage bringen, wenn der Rückruf bloss als Serviceaktion deklariert wird.