Eine neue Matratze ist eine Anschaffung für mehrere Jahre. Eine zielgerichtete Auswahl ist also äusserst sinnvoll. Hilfreich dabei ist, erst einmal die eigenen Schlaf­gewohnheiten zu analysieren: Bin ich ein Rücken- oder ein Seitenschläfer? Habe ich Allergien oder Rückenprobleme? Friere oder schwitze ich in der Nacht? Schlafe ich allein oder im Doppelpack?

Eine gute Matratze ermöglicht Abstützung und lässt Bewegung zu. Sie gewährleistet die optimale Lagerung der Wirbelsäule. Sogenannt punktelastische Matratzen geben nur an jenen Stellen nach, wo man sie belastet, weniger punktelastische Matratzen verformen sich auf einer grösseren Fläche. In der Rückenlage sollte die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule erhalten bleiben. «Im Brustbereich muss die Matratze nach­geben, da schwingt die Wirbelsäule nach hinten. Im Lenden- und im Nackenbereich schwingt die Wirbelsäule nach innen, darum ist in diesen beiden Bereichen Stützung erforderlich», erklärt Bruno Baviera, ärztlicher Leiter der Schule für Physiotherapie Aargau in Schinznach. «So ist der Druck auf die Bandscheiben am geringsten.»

Kann der Körper während des Schlafs nicht möglichst seine natürliche Form behalten, führt das zu Überbelastungen, insbesondere der Bandscheiben. In Seitenlage muss die Wirbelsäule gerade gelagert sein. Auf ausgeleierten und zu weichen Matratzen hängt die Wirbelsäule durch, zu harte Unterlagen verformen sie. «Am besten sind Bettensysteme, die ein Liegen in einer Lage erlauben, die möglichst der gewachsenen Körperform entspricht», erklärt Andreas Santschi, Liegeberater im Zentrum für gesunden Schlaf in Dübendorf. Zur Kontrolle kann man versuchen, in Rücken- und Seitenlage die Hand unter dem Kreuz durchzuschieben. Gelingt das, ist die Matratze zu hart.

Nicht nur die Härte der Matratze, auch die Körpergrösse spielt eine Rolle. Experten empfehlen eine Schlafunterlage, die mindestens 15 Zentimeter länger ist als die schlafende Person, sowie eine Matratzenbreite von 90 bis 100 Zentimetern. Beim Probeliegen ist es ratsam, leichte Kleidung zu tragen und ausgeruht hinzugehen, um die Unterschiede wahrzunehmen – denn in müdem Zustand fühlt sich jede Matratze bequem an.

Damit die Matratze gleichmässig «durch­gelegen» wird, sollte sie drei- bis viermal pro Jahr gewendet werden. Staubsaugen empfiehlt sich nicht; besser ist es, die Matratze an der frischen Luft auszulüften – allerdings im Schatten, denn Sonne schadet den Materia­lien. Eine gute Matratze hält ungefähr zehn Jahre. Danach sollte sie, auch aus hygieni­schen Gründen, ausgetauscht werden.

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Für Leute mit Rückenproblemen sind vor allem Lattenroste mit Tellern, die nach allen Seiten beweglich sind, geeignet. Beim Kauf eines Lattenrosts gilt es darauf zu achten, dass eine Schulterabsenkung sowie eine Mittelzonenverstärkung vorhanden sind.

Fachleute empfehlen zudem, die Matratze und den Lattenrost vom selben Hersteller zu kaufen, da so die Produkte aufeinander abgestimmt sind.

Matratze umtauschen?

Hat man trotz Beratung und Probeliegen die falsche Matratze gewählt, gewähren einige Geschäfte Umtausch oder Rückgabe.

  • Das Dübendorfer Zentrum für gesunden Schlaf nimmt Bettinhalte bei Unzufriedenheit innert zehn Wochen zum Neupreis zurück oder liefert eine neue Matratze. Zurück­genommene Matratzen werden zum reduzierten Preis verkauft. Diese Occasionen sind so beliebt, dass es Wartelisten gibt.

  • Bei Interio kann die Matratze innerhalb von 30 Tagen umgetauscht werden.

  • Möbel Hubacher tauscht den Kern einer Matratze aus, wenn dieser zu hart oder zu weich ist, die Matratze wird aber nicht zurückgenommen.

  • Ikea garantiert ein Austauschrecht innerhalb von 90 Tagen.

  • Bei Möbel Pfister haben Kunden, die ihre Matratze während der jährlichen «Schlaf­wochen» kaufen, ein Umtauschrecht innert sechs Monaten nach dem Kauf.

  • (+) passen sich der Körperwärme an
  • (+) für Leute, die auf Auflagedruck empfindlich reagieren
  • (+) wenig anfällig für Milbenbefall
  • (+) gute Punktelastizität
  • (-) In den Liegemulden kann sich Wärme anstauen.
  • (-) schlechter Feuchtigkeitstransport
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  • (+) Qualitativ grosse Auswahl.
  • (+) Das Gewicht sollte mindestens 40 Kilogramm pro Kubikmeter betragen. Je höher das Gewicht, desto langlebiger die Matratze.
  • (+) elastisch, gibt grossflächig nach
  • (+) gut für verstellbare Lattenroste
  • (+) gute Flüssigkeitsaufnahme
  • (+) langlebig
  • (-) hohe Wärmeisolation, schlechte Luftdurchlässigkeit
  • (-) Gefahr von Allergien
  • (-) anfällig für Bakterien und Pilze
  • (-) verliert schnell an Elastizität
  • (-) zieht Staub an
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  • (+) Gute Anpassung an den Schläfer. Es gibt übrigens auch Matratzen, die mit Luft gefüllt sind, so genannte Luftbetten.
  • (+) geringer Auflagedruck
  • (+) keine punktuelle Belastung
  • (-) hoher Stromverbrauch durch das Heizen des Wassers
  • (-) hohes Gewicht, grosse Belastung des Bodens
  • (-) schwer zu verschieben
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  • (+) für Allergiker geeignet, da staubfrei und nicht anfällig für Milben gute Anpassung an Körper (hohe Punktelastizität), druckempfindliche Stellen werden gut entlastet
  • (+) Je höher der Anteil von Natur­latex, desto langlebiger. Die Elastizität von synthetischem Latex nimmt rascher ab. Hochwertige Matratzen bestehen zu 100 Prozent aus Naturlatex.
  • (+) temperaturflexibel
  • (-) hohes Gewicht
  • (-) Wärmestau in den Liegemulden
  • (-) lichtempfindlich
  • (-) Bei starkem Schwitzen kann sich der Latex zersetzen, Geruchs­bildung oder Schimmel möglich.
  • (-) Gummigeruch
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  • (+) natürliche Materialien (Naturkautschuk, Kokosfasern, Rossschweifhaar, Schafwolle, Hanf, Dinkelspreu, Stroh, Torf)
  • (+) keine chemischen Zusätze
  • (+) problemlose Entsorgung
  • (-) passen sich schlecht an verstellbare Lattenroste an
  • (-) Milben- und Pilzbefallgefahr relativ hoch, staubanfällig
  • (-) Nach etwa fünf Jahren muss eine Naturmatratze vom Fachhändler aufgearbeitet werden.
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  • (+) gute Durchlüftung, guter Feuchtigkeitstransport 
  • (+) hohe Punktelastizität und gute Körperanpassung
  • (+) benötigt wegen der eigenen Festigkeit keine aufwendige Unterkonstruktion
  • (+) für Personen ohne körperliche Besonderheiten geeignet
  • (+) robust, behält lange die Form
  • (+) Die teurere Variante, die Taschen­federkernmatratze, besteht aus Federn, die in Stofftaschen ein­genäht sind. Das steigert die Punktelastizität und die Stabilität.
  • (-) straffe Oberfläche
  • (-) Quietschen beim Abliegen
  • (-) Nachschwingen der Matratze,
  • (-) ungeeignet als Zweiermatratze
  • (-) Der Körper muss viel Wärme abgeben, um den grossen Hohlraum im Metallkern aufzuwärmen
  • (-) Matratze ist hoch und schwer