Momoll, Beat Breu. Nach der Pleite Ihres Bordells «Longhorn City» und gesundheitlichen Tiefschlägen wollen Sie mit frisch rasierten Sprinterwädli nochmals kräftig in die Pedale treten. Gratulation! Ihren wiedererwachten Sportsgeist haben Sie einem Wunderwässerli zu verdanken, sagen Sie. Dank diesem Gesöff hätten Sie Ihre biologische Uhr um 20 Jahre zurückstellen können. Nun wollen Sie dieses «Präparat auf Wasserbasis» zum sagenhaften Preis von 80 Franken pro Liter unter die Leute bringen.

Doch aufgepasst, Herr Breu. Was Sie hier aufziehen wollen, riecht verdächtig nach Direktvertriebssystem − und davor warnen wir unsere Leserschaft seit Jahren. Ein Direktvertriebssystem wirbt mit schnellem Geld und hohen Gewinnen bei flexiblen Arbeitseinsätzen. Zuvor müssen Interessenten oft teure Trainingsseminare besuchen. Dann sollen die meist überteuerten Produkte im Bekanntenkreis verkauft und gegen Provision weitere Interessenten angeworben werden. Viele solche Geschäftsmodelle kippen in illegale Schneeballsysteme.

Das Schlimmste aber: Die meisten Interessenten, die den vollmundigen Versprechungen erliegen, können mit den Einkünften nicht mal ihre Unkosten decken. Fragen Sie Ihren Sportsfreund Stefan Angehrn. Der hat auf diese Weise ein ganzes Vermögen in den Sand gesetzt. Lassen Sie also die Finger davon und abonnieren Sie dafür den Beobachter. Dann bleiben Sie künftig vor solchen Fehlinvestitionen verschont. Ein Jahresabo kostet übrigens weniger als eine Flasche Ihres Wunderwässerchens.

Alles Gute,
Ihre Gabriela Baumgartner

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