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Fake-InserateDer Porsche-Betrüger auf Ricardo

Bild: Wikimedia Commons

Er hat die Bilder einfach aus dem Internet geklaut: Dieser Fall von Thomas Berger* zeigt, wie frech Internet-Betrüger vorgehen – und damit (fast) Erfolg haben.

von Otto Hostettleraktualisiert am 2017 M04 28

Thomas Berger* aus Zürich war nur einen Klick davon entfernt, einem Betrüger 1000 Franken zu überweisen. Auf der Klein­anzeigenplattform Anibis.ch wollte er ­eine Drohne kaufen. Als Verkäuferin gab sich eine Sandrine Vulliamoz aus, mit 076-Handynummer, Bluewin-Mail­adresse und Postanschrift in Samedan. Doch ein Übergabetreffen klappte nie, immer kam etwas dazwischen. Also sollte er im Voraus zahlen, sie würde die Drohne dann per Post schicken.

Berger hatte Glück, er wurde skeptisch. Er konnte die Zahlung im letzten Moment stornieren. Er googelte die Handynummer und fand auf einer Betrugsmeldeseite eine Warnung. Demnach hatte sich die frag­liche Person auch schon als Dery Mucella ausgegeben.

Bei der Plattform Anibis.ch heisst es, der fragliche Benutzer sei inzwischen gesperrt. Sprecherin Regula Sandi: «Wir haben einige Reklamationen erhalten. Doch der User ist zunächst nicht aufgefallen, da er eine Mailadresse eines anerkannten Schweizer Anbieters nutzte.» Sie betont: «Die überwiegende Mehrheit der betrügerischen Inserate erkennen wir durch Kontrollen. Sie werden sofort gelöscht.»

Inzwischen hat der Betrüger die Plattform gewechselt. Seine Handynummer taucht nun bei Ricardo auf. Hier nennt er sich Daniel Colaianni und bietet für 4000 Franken einen Porsche Cayenne mit Kilometerstand 45'000 an. Aber: Der Porsche steht in Houston, Texas. Die Bilder klaute er von einer amerikanischen Inserateplattform.


*Name geändert

Hinweise zum Umgang mit Internet-Inseraten

  • Vorsicht bei hohen Vorauszahlungen. Bestehen Sie auf einem Treffen.
  • Googeln Sie die Bilder (Bild in Bildsuche kopieren). So sehen Sie, wenn die Fotos anderswo verwendet wurden.
  • Googeln Sie auch Beschreibungstext, besondere Merkmale (zum Beispiel Kilometerstand, Seriennummer), Benutzername et cetera.
  • Sind Name, Mailadresse, Postanschrift, Handynummer wirklich plausibel? Existiert die Adresse?
  • Melden Sie verdächtige Fälle der Verkaufsplattform.