Die Zuger Optionsfirma Fullpoint Finanz AG ruinierte viele Anleger – ein Kunde nahm sich gar das Leben (Nr. 11/2000). Nun wird es für drei Hauptverantwortliche eng: Die Zuger Optionsfirma Fullpoint Finanz AG ruinierte viele Anleger – ein Kunde nahm sich gar das Leben (Nr. 11/2000).

Nun wird es für drei Hauptverantwortliche eng: Das Untersuchungsrichteramt Zug hat eine Überweisungsverfügung wegen gewerbsmässigen Betrugs erlassen. «Den Kunden wurden eine solche Vielzahl von tatsachenwidrigen Fakten unterbreitet, dass von einem eigentlichen Lügengebäude auszugehen ist», heisst es in der Verfügung. Die Staatsanwaltschaft wird Anklage erheben.

Gnadenlos nahmen die Telefonverkäufer der Fullpoint ihre Kunden bei hochriskanten Anlagegeschäften aus. Die Vermarkter selbst operierten bar jeglicher Fachkenntnisse – vielfach handelte es sich um einstige Köche, Metzger und Mechaniker. Von 1993 bis 1997 kassierte Fullpoint Kundengelder von insgesamt mehr als 45 Millionen Franken. Gemäss einem Gerichtsgutachten verloren die Anleger im Schnitt 66 Prozent ihrer Investition. Viele verloren alles.

Bei jedem Deal kassierte die Fullpoint hingegen rund 40 Prozent des eingesetzten Kapitals als Kommission. Einer der Hauptangeklagten erhielt bis zu 1,5 Millionen Franken pro Jahr als Beratungshonorar – nebst Spesenersatz und einem Mercedes 500 SEL. Den Verantwortlichen droht eine Strafe zwischen drei Monaten Gefängnis und zehn Jahren Zuchthaus.

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