Welch schöne Nachricht! Eine E-Mail der Loterie Romande verhiess Doris Joder aus dem bernischen Kirch­lindach einen Gewinn in der Höhe von 2,5 Millionen Franken. Ihre E-Mail-Adresse sei ­eine Woche zuvor ausgelost worden, sie müsse sich nur noch schnell bei der «Zurich ­Insurance Company» melden, um das Geld zu kas­sieren.

Doris Joder stutzte. Sie fragte beim  Beobachter-Beratungszen­trum nach und weiss jetzt: Es handelt sich um eine Fälschung. Absender ist nicht die Loterie Romande aus Lausanne, es sind ausländische Betrüger. Und die E-Mail-Adres­se der Zurich-Versicherung führt zu einem mongolischen Internetprovider.

Es handelt sich um die ­gleiche Masche wie bei anderen fiktiven Lotterien. Die Angeschriebenen sollen sich melden und ihre Personalien sowie Bankdaten bekanntgeben. Mit diesen Angaben versuchen die Täter, Geld vom Konto der Opfer abzuheben. Wer auf die Mails hereinfällt, erhält aber zuerst eine Rechnung über ­einige tausend Euro. Diesen Betrag müsse man ins Ausland überweisen, um den Gewinn auslösen zu können. Zahlt man, ist dieses Geld unwiderruflich verloren.

Im Lotto gewinnen kann nur, wer ein Los einer offiziell zugelassenen Lottogesellschaft kauft oder einen Lottoeinsatz zahlt. Niemals werden Gewinner per E-Mail benachrichtigt. Doris Joder machte deshalb das einzig Richtige: Sie löschte die E-Mail.