«Der Fiat Panda fuhr auf der schneebedeckten Strasse davon, als sei die Fahrbahn aper. Ich hatte in meinem neuen Mercedes C 450 AMG mit Allradantrieb das Nachsehen», schildert Joel Scheiben seine Erfahrungen aus den Skiferien in Arosa. Das Sicherheitsgefühl im Auto sei nicht gut gewesen, vom Vierradantrieb ­habe man nichts gemerkt.

Sein Ärger mit der deutschen Nobelmarke hatte Monate zuvor begonnen. Im halben Jahr nach Erhalt des Fahrzeugs musste er das rund 90'000 Franken teure Auto nach seinen Angaben siebenmal in die Werkstatt zurückbringen. Mal funktionierte die Klimaanlage nicht, das elek­trische Panoramadach schepperte, die Bremsen quietschten, die Innenverkleidung klapperte.

Beanstandung gerechtfertigt

Nach den Skiferien brachte Scheiben den Mercedes erneut zurück in die Garage und bemängelte die Funktion des Allradantriebs. Zur Dokumentation hatte er ein Video gedreht, auf dem zu sehen ist, wie die Hinterräder durchdrehen, während die Vorderräder stillstehen. Scheiben liess das Fahrzeug von einem ­unabhängigen Gutachter prüfen. Gestützt auf das Video, urteilte dieser: «Die Beanstandung ist gerechtfertigt.» Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinter­rädern weiche sechs Prozent vom Sollwert ab. Dies wertete der Gutachter als «bedingt vertretbar».

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Jetzt erklärte sich die Garage bereit, das Fahrzeug im Werk in Deutschland prüfen zu lassen. Sieben Wochen musste sich Scheiben mit einem Ersatzwagen begnügen. Dann der Befund: Dem Mercedes fehle nichts, er entspreche dem Stand der Technik.

«Wir haben alle begründeten Beanstandungen nach den Mercedes-Richtlinien abgearbeitet. Das Fahrzeug wurde vom Werk geprüft und als absolut einwandfrei beurteilt. Leider ist uns nicht bekannt, nach welchem Messverfahren das Gutachten zum Schluss kam, dass die Kraft­verteilung von den Sollwerten abweiche», sagt Adrian Rüedi, Geschäftsleiter der Auto Lang.

Joel Scheiben will sich damit nicht zufriedengeben. «Ich habe meinen Anwalt beauftragt, den Vertrag gerichtlich rückgängig zu machen.»