Um sicherzugehen, buchte Jessica Hellmann aus Zürich die für Oktober geplante New-York-Reise mit ihrem Mann bereits im letzten Dezember. Im Internet suchte sie die Telefonnummer - und landete bei der Firma Swiss Ticket Line. «Ich hatte immer den Eindruck, bei der Buchungszentrale von Swiss zu sein», sagt die Familientherapeutin. Die Bestätigung kam per Mail, und Hellmann zahlte die 2600 Franken für die beiden Tickets per Kreditkarte. Doch knapp eine Woche vor Abflug fand sie zufällig heraus, dass auf ihren Namen gar keine Plätze gebucht waren.

Das Problem: Swiss Ticket Line hat nichts mit der gleichnamigen Fluggesellschaft zu tun. Das Billettverkaufsunternehmen mit Sitz in Zürich hat sich allerdings die Telefonnummern der früheren Swissair geangelt. «Das war uns bei der Registrierung nicht bewusst», sagt Firmeninhaber Roland Morger.

In mindestens 13 Fällen kassierte Swiss Ticket Line zwar das Geld, lieferte aber keine Tickets, heisst es beim Rechtsdienst der Airline. Swiss-Ticket-Line-Chef Morger führt dies auf «Missverständnisse» bei der Flugbuchungsnummer zurück. Die Swiss liess jetzt laut ihrem Sprecher Jean-Claude Donzel den Zugang der Firma zum Swiss-Buchungssystem sperren und unterbreitete die Fälle dem Reiseombudsmann. Gegen den irreführenden Namen könne man indes nichts machen, denn Swiss ist kein schützbarer Firmenname.

Hellmanns und das befreundete Ehepaar Caprez konnten nur Richtung USA abheben, weil sie für teures Geld neue Tickets kauften - diesmal direkt bei der Swiss.

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