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ZeitschriftenabosInkassofirma auf Beutefang

Die Firma «Inkassolution» verschickt Rechnungen für Zeitschriftenabos, die niemand bestellt hat.

Von aktualisiert am 16. Oktober 2013

Die Fachleute im Beobachter-Beratungszentrum beantworten jeden Tag viele Anfragen – und seit kurzem gar noch etwas mehr. Verantwortlich für die zusätzlichen Anfragen ist die Inkassofirma «Inkassolution». Mehr als 40 Betroffene wendeten sich allein im September an die Experten des Beobachters. Sie alle erhielten aus heiterem Himmel Rechnungen für Zeitschriftenabos, die sie nicht bestellt hatten.

Eine der Ratsuchenden ist Brigitta Schmutz. Für ein «Gala»-Abo sollte sie 494.10 Franken bezahlen, davon 112 Franken «Verzugsschaden». Auf der Rechnung ist weder ein Gläubiger aufgeführt, noch ist erklärt, worin der Verzugsschaden bestehen soll.

Inkassolution-Chef Milan Milic sagt: «Die jetzt verschickten Forderungen haben wir im Jahr 2011 der Hanse Medien Service GmbH abgekauft. Wegen eines Missgeschicks bei der Datenerfassung erschien der Name der Gläubiger im ersten Brief nicht. Das haben wir korrigiert.»

Warum treibt Inkassolution die Forderungen der mittlerweile insolventen deutschen Firma erst jetzt ein? «Wir entscheiden, wann wir welche Forderungen aus unserem Portfolio eröffnen», sagt Milic. Kunde könnten sich melden, wenn sie nicht einverstanden seien.

Das tat Beobachter-Leserin Schmutz. «Ich habe nie ein Gala-Abo abgeschlossen und auch nie ein Heft erhalten», sagt sie. Die Frau am Inkassolution-Telefon behauptete, ein Vertrag sei am Handy abgeschlossen worden. Einen Beweis legte die Firma nicht vor.
Dafür bot sie Schmutz an, eine reduzierte Forderung zu schicken. Diese war 112 Franken tiefer – just der Betrag des angeblichen Verzugsschadens, für den ohnehin keine Grundlage besteht. Dafür sollte sie eine Schuldanerkennung unterschreiben. Schmutz weigerte sich.

Wer eine Forderung erhält, ohne dass er etwas bestellt hatte, soll diese in einem eingeschriebenen Brief bestreiten, rät das Beobachter-Beratungszentrum. Weitere Rechnungen kann man ignorieren. Wer betrieben wird, muss Rechtsvorschlag erheben. Dann ist Inkassolution gezwungen zu beweisen, dass die Forderung gerechtfertigt ist.

Musterbrief

Haben Sie gar nie eine Zeitschrift bestellt? Dann verwenden Sie diesen Musterbrief für Mahnungen (doc, 30 kb) der Firma Inkassolution.