Britische Supermärkte sichern heute sogar Cheddar-Käse gegen Diebstahl. Jetzt hat der Trend die Schweiz erreicht. Nicht nur teure Champagner, Parfüms und Zigarettenstangen werden gesichert. Ein Zufallsfund zeigt: Lidl Schweiz sichert nun auch günstigere Produkte gegen Ladendiebe.

Auf der Packung eines Lammnierstücks für rund zehn Franken fand sich ein leuchtend gelber Aufkleber mit der Aufschrift «Gesicherter Artikel». «Wir können bestätigen, dass wir Produkte wie Lammnierstücke und andere Frischfleischartikel neuerdings diebstahlgesichert haben», sagt Lidl auf Anfrage. Man habe feststellen müssen, dass diese Art von Produkten öfter entwendet werde. Bei der neuen Diebstahlsicherung handle es sich vorerst um einen Test.

Mehr für Sie
 
 
 
 
 
 

Und wie hält es die Konkurrenz? «Details zu sicherheitsrelevanten Aspekten kommunizieren wir grundsätzlich nicht öffentlich», heisst es etwa bei Coop. Man setze auf unterschiedliche Massnahmen, die Sicherung von Einzelartikeln stehe nicht im Vordergrund, lässt Migros Zürich verlauten. Ähnlich die Antwort von Migros Aare.

Kennzeichnung nicht vorgeschrieben

Aldi wiederum setzt auf die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden sowie – «im Bedarfsfall» – auf den Einsatz von elektronischer Warensicherung. Die Filialen verfügten auch über eine Diebstahlsicherung bei den Ausgängen. In manchen Filialen beschäftige man zusätzlich einen Sicherheitsdienst. Diebstahlsicherungen an Einkaufswägeli wie in Deutschland kämen aber hierzulande nicht zum Einsatz, schreibt Aldi Suisse weiter. Dort sind die grauen Schmutzfängerteppiche an den Ladenausgängen der Aldi-Filialen mit einer Wegfahrsperre für die Einkaufswagen versehen: Magnetstreifen aktivieren eine Sperre, die die Räder blockiert, sobald das Wägeli den Parkplatz verlässt.

Eine gesetzliche Pflicht, gesicherte Ware zu kennzeichnen, gibt es nicht. Es komme denn auch alles vor, sagt ein Branchenkenner, der anonym bleiben will: Läden, die gesicherte Waren auszeichnen, solche, die es nicht tun, und andere, die zu Warnzwecken auf die Packung schreiben, die Ware sei gesichert, obwohl sie es gar nicht ist. Meist werde nicht flächendeckend gesichert.

Ob in der Schweiz in jüngster Zeit mehr in Läden gestohlen wird, ist nicht bekannt. Die Detailhändler veröffentlichen keine Zahlen zu Umsatzeinbussen durch Ladenklau. Anders in Grossbritannien. Dort werde wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise nun mehr gestohlen, schrieb kürzlich das Fachblatt «The Grocer»

Der Beobachter-Newsletter – Wissen was wichtig ist.

Das Neuste aus unserem Heft und hilfreiche Ratgeber-Artikel für den Alltag – die wichtigsten Beobachter-Inhalte aus Print und Digital.

Jeden Mittwoch und Sonntag in Ihrer Mailbox.

Jetzt gratis abonnieren