Die Migros spart nicht an grossen Worten, wenn es um die Anpreisung ihres neusten Labels «Terrasuisse» geht. Damit setze man einen «Meilenstein für die Schweizer Landwirtschaft und die landschaftliche und biologische Vielfalt». Die Migros lanciert das Label gemeinsam mit der Vereinigung der integriert produzierenden Bauern IP-Suisse. Ab 2008 sollen die bis anhin mit dem Marienkäfer gekennzeichneten IP-Produkte (vor allem Backwaren und Obst) und die Migros-Eigenmarke M7 für Fleischprodukte verschwinden und durch «Terrasuisse»-Produkte ersetzt werden. Neu dabei ist, dass die Auslaufhaltung auch für Rindvieh und Geflügel gilt. Zudem müssen alle Produzenten bei Projekten mittun, welche die landschaftliche und biologische Vielfalt (Biodiversität) erhalten.

Was die Migros nicht an die grosse Glocke hängt: IP ist zwar umweltfreundlicher als die konventionelle Landwirtschaft, gilt aber mittlerweile als Standard. Die IP-Regeln gehen deutlich weniger weit als die Anforderungen der Bio-Verordnung. Bio Suisse ärgert sich denn auch über die Migros und wirft ihr vor, vom positiven Bio-Image profitieren zu wollen: «Das neue Label gibt vor, besonders ökologisch zu sein, indem es einzelne Anliegen des Umweltschutzes herauszupft, etwa die Biodiversität», kritisiert Pressesprecherin Jacqueline Forster-Zigerli. Es begnüge sich aber mit einem «zweitklassigen» Standard der Landwirtschaft.

Die Migros lässt diesen Vorwurf nicht gelten: Es gebe mehr IP-Bauern als Bio-Landwirte, zudem spreche IP mehr Kunden an. Somit brächten Verbesserungen im IP-Bereich, wie sie die Migros nun anstrebe, absolut gesehen mehr, als wenn man nur auf Bio setzte. Das neue Label soll höheren Umsatz bescheren, nicht zuletzt auch weil die «Terrasuisse»-Produkte mehr kosten werden. Wie viel, das sagt die Migros nicht.

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