Rubén Bachmann, 20, Buchhalter: «Das Geld hat mich ein wenig bequem gemacht»

Für sein Hobby hat der 20-jährige Rubén Bachmann aus Bättwil bei Basel schon viel ausgegeben. Auf 16’000 Franken schätzt er den Betrag, den er über die letzten Jahre in sein Equipment als Gitarrist der Band Aiph gesteckt hat. Eben erst hat er sich auf Ebay ein Effektgerät für 700 Franken gekauft.

Bachmann kann sich etwas leisten, denn nach der Lehre als Kaufmann hat er nun 3’500 Franken monatlich zur Verfügung. Aber er weiss, dass die momentane Lage auch trügerisch ist. So wohnt er noch zu Hause, wo er zwar einen finanziellen Beitrag leistet, aber doch günstig lebt. «Ich geniesse die Situation, dass ich momentan gut bei Kasse bin.» Deswegen hebt er aber nicht ab - schliesslich arbeitet er in der Buchhaltung. Als er merkte, dass er mit dem vollen Lohn überfordert war, besorgte er sich im Internet Beratungsliteratur über Budgetplanung. Seither führt er drei Konten: eines für die Steuern, eines für die Ersparnisse, eines für die täglichen Ausgaben - die zugenommen haben. In der Lehre habe er sich das Mittagessen jeweils noch von zu Hause mitgenommen - «heute nicht mehr, da hat mich das Geld doch ein wenig bequem gemacht».


Tscherina Janisch, 15, Schülerin: «Wir probieren Sachen an und lachen»

40 Franken hat Tscherina Janisch aus Maladers GR monatlich zur Verfügung. Dass sie mit diesem Betrag nicht alle Ausgaben bestreiten muss, versteht sich von selbst - für die Reitstunden kommen die Eltern auf, und einen Teil der Reitausrüstung hat sie sich zu Weihnachten gewünscht.

So oder so kann die Gymnasiastin auf Dinge verzichten. Das Handy, das vor einem halben Jahr in den Fluss fiel, hat sie nicht ersetzt. Sie komme auch gut ohne MP3-Player aus. Als Konsumverweigerin sieht sie sich aber nicht. «Ich gehe gerne in Läden und schaue mir an, was es gibt. Entdecke ich etwas, das mir gefällt, und stimmt auch der Preis, greife ich zu.» Dabei muss die Qualität nicht unbedingt top sein; auch auf Marken schaut sie wenig. Am liebsten geht sie mit Freundinnen auf Shoppingtour. «Wir probieren Sachen an und lachen, wenn es ganz verrückte Kleider sind, die für uns eh nicht in Frage kommen.»

Es gebe unter ihnen keine, die immer das Neuste haben müsse. Das vermindere auch für sie den Druck. Mit Putzen will sie sich im Sommer etwas dazuverdienen. Und wenn sie ganz viel Geld zur Verfügung hätte? Dann würde sie für einen guten Zweck spenden und eine Reise zu ihrem Götti nach Florida machen.


Lukas Kuster, 17, Lehrling: «Ich brauche nicht zehn Paar Schuhe»

Sparsam sei er, aber nicht geizig, sagt Lukas Kuster über sein Konsumverhalten. Er absolviert in der Zentralbibliothek Zürich eine Lehre als Informations- und Dokumentationsassistent. Er wohnt bei den Eltern im Zürcher Oberland und pendelt täglich mit dem Zug. Nach seiner monatlichen Finanzplanung gefragt, nimmt er ein Stück Papier hervor, auf dem die Eckdaten fein säuberlich notiert sind: Lohn im zweiten Lehrjahr 981 Franken, Abgaben zu Hause etwa 350 Franken, 250 Franken gehen aufs Sparkonto, die restlichen knapp 400 Franken gibt er aus. Sparen ist ihm wichtig: «Nach Ende der Lehre will ich mir etwas Grösseres leisten, ein Auto vielleicht.»

Die Ausgaben habe er im Griff. So nimmt er in den Ausgang eine bestimmte Summe mit: 50 bis 80 Franken. Sind die ausgegeben, ist Feierabend. Auch beim Kleiderkauf gibt er sich preisbewusst. Deshalb verzichtet er auf teure Marken. «Ich brauche auch nicht zehn Paar Schuhe.» Der Computer darf schon etwas mehr kosten: Schnell muss er sein, damit sich damit gamen lässt. Dafür schreibt der Lehrling auch SMS vom Rechner aus und kommt deshalb mit einem günstigen Prepaid-Handy aus. So gerät er selten in die roten Zahlen.

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