WasserEin Hoch aufs Hahnenburger

Leitungswasser oder Mineralwasser? Diese Frage treibt viele Eltern mit kleinen Kindern um. Sie können beruhigt sein: In der Schweiz ist Leitungswasser dem Mineralwasser ebenbürtig.

von Marianne Botta Diener

Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Es darf keinerlei krank machenden Keime enthalten. Heute verfügen fast alle Haushalte in der Schweiz über einwandfreies Leitungswasser, das sogar für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden kann. Nur in den ersten sechs Lebensmonaten empfiehlt es sich, das Wasser abzukochen.

Viele Eltern haben Bedenken wegen des Nitratgehalts des Trinkwassers. Tatsächlich können Nitrate gesundheitsschädlich sein, besonders für Babys und Kleinkinder. Doch auch hier greift das Lebensmittelgesetz: Trinkwasser mit mehr als 40 Milligramm Nitrat pro Liter wird beanstandet und darf nicht zum Konsumenten gelangen. Die örtliche Wasserversorgung gibt Auskunft über den Nitratgehalt. Ist er eher hoch, sollte für die Säuglingsernährung auf ein nitratarmes Mineralwasser umgestellt werden.

Und wie stehts mit der Kohlensäure?
Trotz der hohen Qualität des Leitungswassers sind die Schweizer ein Volk von Mineralwassertrinkern. Doch das Wasser in der Flasche hat Nachteile: Das Abfüllen über die Verpackung bis hin zu den teilweise sehr langen Transportwegen braucht viel Energie. Zudem wird der Nutzen für die Gesundheit überschätzt: Nur knapp jedes zweite Mineralwasser enthält mehr Mineralstoffe als Leitungswasser.

Soll Mineralwasser einen Beitrag zur Gesundheit leisten, muss es viel Kalzium, Magnesium und Fluor enthalten, aber wenig Natrium und Nitrat. Ein hoher Mineralstoffgehalt ist ohnehin nur für grössere Kinder und Erwachsene von Vorteil, bei Säuglingen belastet er nur unnötig die Nieren. Da Kalzium aus dem Mineralwasser ähnlich gut aufgenommen wird wie aus der Milch, leistet es bei Milchunverträglichkeit einen wichtigen Beitrag für gesunde Knochen.

Bei kohlensäurehaltigem Mineralwasser ist zu bedenken, dass das prickelnde Gas zu Blähungen führen kann und kleine Kindermägen schneller füllt als stilles Wasser. Verboten ist es trotzdem nicht. Hauptsache, Kinder trinken genug: Je nach Alter brauchen sie täglich zwischen sechs Deziliter und anderthalb Liter Wasser.

Leitungswasser: So ists am besten

  • Informieren Sie sich bei der örtlichen Wasserversorgung oder unter www.wasserqualitaet.ch über die genaue Zusammensetzung des Leitungswassers.
  • Lassen Sie morgens das Leitungswasser ablaufen, bis es merklich kühler fliesst. So ist es hygienisch einwandfrei und enthält auch in alten Häusern kaum Blei.
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Veröffentlicht am December 11, 2015