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WerbefahrtenDer Ausflug führt zum Reinfall

Bild: Stock-Kollektion colourbox.com

Geschenke und dubiose Gewinnversprechen: Mehrere Anbieter von Werbefahrten & Co. sind derzeit besonders aktiv.

von Martin Müller

Einen LCD-Fernseher, einen DVD-Recorder, 2500 Franken in bar und viele weitere Preise: Das alles habe Silvia Graber (Name geändert) gewonnen. Dasselbe stellten die «SLK Lotterie Gesellschaft» und Jasmin Reisen aus Mettau AG auch Tausenden anderen Schweizerinnen und Schweizern in einem bunten Schreiben in Aussicht. Um die Preise abzuholen, müsse man auf einen Tagesausflug zu einer Gartenausstellung mitkommen.

Gewiefte Beobachter-Leser riechen Lunte: Es geht um eine Werbefahrt, auf der überteuerte Ware verkauft wird, und statt der versprochenen Geschenke gibt es irgendwelchen Ramsch. Der Ausflug führte per Car von Winterthur nach Wettingen AG, wo zwei Verkäufer in einem Restaurant drei Stunden lang die Vorzüge einer 2500-fränkigen Matte priesen, die angeblich gegen Elektrosmog hilft. Keiner der rund 30 Teilnehmer erhielt den «staatlich garantierten» Bargeldgewinn, keiner einen Fernseher. Und in Stein am Rhein, wohin die Reisegruppe am Nachmittag fuhr, fand gar keine Gartenausstellung statt.

Der Trick ist alt, die Anbieter geben sich immer wieder neue Namen. Derzeit besonders aktiv sind die erwähnte Firma Jasmin Reisen, Möven-Touristik aus Neuenhof AG, IGT aus Diessenhofen TG und Salzburg sowie die «Spiel&Spass Bingo-Rubbel-Lotterie-Gesellschaft» aus Wallisellen ZH.

Nie Geld überweisen!

Beim «Bingo-Online-Lotto» gibt es angeblich 550'000 Euro zu gewinnen. Wer sich meldet, erfährt, dass man zuerst via Western Union ein paar hundert Euro nach Spanien überweisen soll. Ein Alarmzeichen und klares Indiz, dass Abzocker am Werk sind. Überwiesenes Geld ist auf jeden Fall verloren.

Auch «Maria Esmeralda» ist auf den ersten Blick grosszügig. Drei «wundersame Münzen», dank denen man seine «drei dringendsten finanziellen Wünsche erfüllen» könne, verschenkt die Hellseherin – und gleich an 1134 Personen, wie sie per Zeitschriftenannonce kundtut. Was so selbstlos klingt, dürfte eine Rechnung nach sich ziehen. Bei früheren Aktionen schickte «Maria Esmeralda» jeweils postwendend eine Forderung über 100 Franken mit.

Veröffentlicht am 2009 M09 14