Veröffentlicht am 28. August 2025 - 06:00 Uhr
«Psychotherapeutisch gibt es sehr effektive Ansätze»: Hanna Christiansen
Beobachter: Hanna Christiansen, die Zahl der ADHS-Betroffenen steigt markant. Ist ADHS eine Modediagnose?
Hanna Christiansen: ADHS – wie auch Autismus – steht in der Kritik, weil es gemäss der öffentlichen Wahrnehmung eine Explosion neuer Fälle gibt. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der Fälle proportional zur Bevölkerung aber relativ stabil zwischen dreieinhalb und fünf Prozent – vorausgesetzt, die diagnostischen Kriterien werden eingehalten. Problematisch ist, dass diese zunehmend ausgeweitet werden.
Warum?
Weil dadurch die Diagnose auf immer mehr Personen zutrifft. So müssen bei Patienten ab 17 Jahren heute nur noch fünf statt sechs Symptome vorliegen, um ADHS zu diagnostizieren.