Von Ina und Bernd Neumanns Einfamilienhaus aus sieht man bei schönem Wetter die Alpen; unterhalb liegen Rudolfstetten und das Bahntrassee der Bremgarten-Dietikon-Bahn. Tagsüber fährt im 15-Minuten-Takt ein «Bähnli» nach Zürich. Fahrtzeit: eine halbe Stunde.

Vor 23 Jahren hat sich das Ehepaar mit seinen noch kleinen Kindern im aargauischen Rudolfstetten niedergelassen. Bernd Neumann fand eine Stelle als Informatiker in Spreitenbach. Die Familie suchte eine Wohnung in der Nähe von Zürich. Die Stadt selber kam nie in Frage. «Wir wollten etwas Ländliches, wo die Kinder in Ruhe aufwachsen konnten», erinnert sich der Familienvater. Zu weit weg von der Stadt sollte es aber auch nicht sein. Rudolfstetten schien ideal: eine wachsende Agglomerationsgemeinde mit vielen jungen Familien.

Inzwischen sind die beiden Kinder erwachsen, Bernd Neumann, 59, arbeitet bei der Wasserversorgung in Zürich und Ina Neumann, 57, als Sachbearbeiterin auch siein Zürich. Doch deswegen in die Stadt ziehen? Nein. «In Rudolfstetten kennt man sich noch, rückt sich aber nicht zu fest auf die Pelle», sagt Ina Neumann. In einem «richtigen Dorf» mit viel Landwirtschaft und vielen Einheimischen möchte sie nicht leben. Das wäre ihr zu eng, die soziale Kontrolle zu gross. «Da wäre es auch schwieriger gewesen, sich zu integrieren», glaubt Bernd Neumann.

Dies ist ihnen ihn Rudolfstetten gut gelungen. So engagiert sich Bernd Neumann im Turnverein Rudolfstetten, und er war auch während Jahren OK-Chef des «schnellsten "Ruedistetters"».

Die Nähe zur Stadt möchten Neumanns dennoch nicht missen. «Wenn ich so richtig "lädele" will, gehe ich nach Zürich», erklärt Ina Neumann. Auch das vielfältige Kulturangebot der Stadt schätzen die beiden wenn sie es auch nur spärlich nutzen. «Manchmal genügt einfach das Wissen, dass man jederzeit und schnell in der Stadt wäre.»

Anzeige

Mit der Bezeichnung «Agglos» haben Neumanns kein Problem. «Das finde ich lustig und fast ein bisschen eine Ehre», sagt Ina Neumann. Und ihr Mann zuckt mit den Schultern: «Es stimmt ja auch, wir sind "Agglos".»

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.