Wer von einem Econophone-Vertreter angerufen wird, kann schneller Kunde werden, als ihm vielleicht lieb ist. «Ich gab ausdrücklich an, den Anbieter nicht wechseln zu wollen», sagt Swisscom-Kundin Sieglinde Gisler aus Wagenhausen TG. Sie erwartete nur Infomaterial stattdessen erhielt sie einen Vertrag: «Wir gratulieren Ihnen, dass Sie sich für Econophone entschieden haben.» Dank einem Anruf bei der Swisscom konnte die Aufschaltung verhindert werden.

«Kein Kunde wird gegen seinen Willen aufgeschaltet», sagt Econophone-Geschäftsführer Samuel Gross und verweist auf Tonbandaufnahmen von Verkaufsgesprächen. Tatsächlich bestätigen Kunden dort, dass sie zu Econophone wechseln wollen. Bloss: Die automatisierte Verkaufsabfrage ist derart raffiniert formuliert, dass gar nicht viel anderes übrig bleibt, als «Ja» zu sagen.

So unverhofft wie die Verträge flattern manchmal auch die Kündigungen ins Haus. Wer etwa das in der Werbung angepriesene Gratis-Internetangebot voll nutzt, aber zu wenig telefoniert, muss damit rechnen, dass ihm gekündigt wird. «Kunden, die für 42 Franken im Monat surfen und für 43 Franken telefonieren, sind für uns nicht interessant», erklärt Gross. Das steht allerdings in keinem Vertrag.

Anzeige
Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.