Eine Online-Plattform zeigt an, wo in der Nähe besonders günstig getankt werden kann: Geht es nach dem Ständerat, sollen Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrer schon bald von einer solchen Dienstleistung profitieren.

Gegen den Willen des Bundesrats haben die Kantonsvertreter einem Vorstoss des Mitte-Ständerats Pirmin Bischof zugestimmt, einen solchen Spritpreisrechner einzuführen. Vorbild ist die österreichische Plattform, die vom Bundesministerium Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betrieben wird. Nach Einführung des Rechners sollen dort die Treibstoffpreise um über 20 Prozent gesunken sein.

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«In Österreich war der Rechner Teil eines umfassenden Massnahmenpakets. Die Preissenkung dürfte also bei uns nicht ganz so massiv ausfallen. Aber 10 Prozent dürften drinliegen», sagt Pirmin Bischof. Ausgearbeitet hat den Vorstoss Bischofs Tessiner Parteikollege und Nationalrat Marco Romano.

«Verstärkt den Wettbewerb»

Preisüberwacher Stefan Meierhans unterstützt die Idee. «Der Spritpreisrechner sorgt für Transparenz und verstärkt den Wettbewerb unter den Tankstellen.» Auch könne so das ärgerliche Phänomen der sogenannten asymmetrischen Preisweitergabe bekämpft werden: dass also Rohölpreiserhöhungen meist schneller an Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden als Senkungen.

Wenig Freude am ständerätlichen Entscheid hat der Erdölbranchenverband Avenergy Suisse. «Aufgrund der hohen Tankstellendichte in der Schweiz und der Preisangabe sind bei uns Wettbewerb und Transparenz absolut gewährleistet», schreibt Geschäftsführer Roland Bilang. Wenn der Rechner von zehn umliegenden Tankstellen nur die fünf günstigsten anzeige, könne das zu Umwegen führen. Etwa wenn eine nahe Tankstelle nicht angezeigt werde, obwohl sie nur einen Rappen teurer sei.

Die Vorlage geht nun in den Nationalrat. Dort stehen die Chancen gut. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat sich in der Herbstsession dafür ausgesprochen.

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