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Es war den Lastwagenchauffeuren Claudio Regusci, 22, und Marc Utiger, 23, von Anfang an klar, dass sie nach der Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber wohl eine neue Stelle suchen würden. Die beiden hatten noch kein Jahr bei der Firma Planzer in Burgdorf gearbeitet und brachten dennoch den Mut auf, sich gegen unrechtmässige Arbeitsbedingungen einzusetzen: Regelmässig mussten Angestellte die vertraglichen und gesetzlichen Höchstarbeitszeiten von 45 beziehungsweise 50 Stunden pro Woche überschreiten. Zusätzlich wurden die Chauffeure aufgefordert, auch samstags zu arbeiten – und zwar schwarz. Diese Einsätze wurden jeweils bar vergütet.

Gemeinsam mit Unia-Gewerkschaftssekretär Roland Schiesser entschlossen sich die beiden, einen Beschwerdebrief an die Geschäftsleitung zu schicken. Mit Erfolg. Kurz darauf kündigte sich der nationale Personalchef der Planzer AG zu einem Gespräch in Burgdorf an.

Im Frühling 2010 dann die positive Bilanz: Die Firma Planzer hat mittlerweile in den meisten Filialen Zeiterfassungsterminals eingerichtet. Zudem werden die Samstagseinsätze neu über die ordentliche Honorarzahlung verrechnet. Die beiden Fahrer freuts: «Es ist wirklich toll, dass wir mit unserer Kritik so viel bewirken konnten. Auch etliche unserer Kollegen haben sich für unseren Einsatz bedankt.»

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Für die beiden Chauffeure kam die positive Wende dennoch zu spät. Utiger hatte schon zu Beginn der Auseinandersetzung seine Kündigung eingereicht, und auch Regusci hat sich mittlerweile für einen anderen Arbeitgeber entschieden. Er fühlte sich nach dem Konflikt zunehmend unwohler.