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Das Goldnugget um den Hals trägt er immer. Sein Glücksbringer. Robert Schönbächler, 67, pensionierter Coiffeurmeister in Emmenbrücke, braucht viel Glück. Er leidet an einem Tumor, aber Maria würde er auch helfen, wenn es ihm noch schlechter ginge.

Maria, 25, ist seine ehemalige Lehrtochter, eine katholische Kosovo-Albanerin. Marias Leidensgeschichte beginnt nach der Geburt ihres Sohnes Arjan 2007. Ihr Mann Arsim N., gebürtiger Mazedonier, schlägt sie, kontrolliert sie, verbietet ihr das Tragen von engen Kleidern und den Kontakt zu Kolleginnen. Er droht, dem Baby etwas anzutun, wenn sie ihm nicht gehorche. Marias Familie hat mit ihr gebrochen, da sie gegen die Heirat mit dem Muslim war.

In ihrer Not wendet sich Maria an ­ihren ehemaligen Chef. Als ihr Mann für mehrere Wochen verschwindet und ihr Erspartes mitnimmt, gibt ihr Robert Schönbächler sofort Geld für Windeln und Milch. Er vermittelt sie auch ans Frauenhaus, wo sie zweimal Zuflucht sucht, und wird zu einem wichtigen Beistand und Freund. «Ich bin gegen Gewalt, insbesondere gegen Gewalt in der Ehe», sagt er. Er sei einer, der nicht wegschaue, wenn jemand Hilfe brauche.

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Dies wird ihm zum Verhängnis: Ma­rias Noch-Ehemann lauert ihm mehrmals auf, bedroht ihn mit dem Tod. Schönbächlers Hände zittern, wenn er davon erzählt. Er erstattet fünfmal An­zeige, das Verfahren wird aber «in dubio pro reo» eingestellt. Weil Zeugen sich nicht getrauten auszusagen und weil der Beschuldigte Gegenzeugen aufbringt. Schön­bächler ist erschüttert, dass «einer mit so viel krimineller Energie» nicht härter angefasst wird. Momentan sitzt Arsim N. wegen anderer Delikte in Untersuchungshaft. Schönbächler hat Angst vor dem Tag, an dem Arsim N. aus der Haft entlassen wird. «Das Ganze ist noch nicht zu Ende», sagt er. «Ich stehe weiterhin zu Maria, keine Frage.»