«Wir haben uns oft Sorgen gemacht», sagt Arina Binz (links). Sie ist 16, hat im Sommer die Sek abgeschlossen und macht ein Praktikum als Kinderbetreuerin. Vier Jahre lang war sie an der Schule ­Hombrechtikon ZH Peacemaker – Friedensstifterin. ­Zusammen mit ­ihrer Kollegin Fitore Kastrati, 16, trennte Arina nicht nur Streit­hähne, sondern schaltete sich auch ein, als eine Schülerin in der ersten Sek Suizid­gedanken äusserte. «Wir wussten nicht: Sagt sie es nur – oder meint sie es ­wirklich?», sagt Fitore. «Aber wir wussten, dass sie in der Klasse gemobbt wurde.»

Die beiden kontaktierten Lothar Janssen von der Präventionsstelle der Schule, der prompt reagierte. Er coachte die beiden Mädchen übers Wochenende, und die zwei kümmerten sich sofort um die Erstklässlerin. «Wir haben uns mit ihr getroffen und ihr versichert, dass sie uns vertrauen kann», sagt Fitore. «Und wir haben sie auch immer wieder kontaktiert, wenn wir eine Weile nichts von ihr hörten», ergänzt Arina.

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Auch die Eltern unterstützen die Helferinnen: «Sie haben uns gesagt, dass wir uns einsetzen sollen, aber auch, dass wir wirklich nichts dafürkönnen, falls sich unsere ­Mitschülerin tatsächlich etwas antun sollte.»

Zum Glück geht es der jüngeren Schulkollegin inzwischen besser. Arina und Fitore sind stolz auf ihre Leistung und haben eine wichtige Lektion fürs Leben gelernt: «Wir wissen, wie wichtig es ist, anderen zu helfen, denen es gerade nicht so gut geht. Und wir wissen, dass wir das auch in unserem Berufsleben tun möchten.» Arina wird Kinder begleiten, Fitore möchte nach dem Schulabschluss ­eine Ausbildung zur Fachperson Altenpflege in Angriff nehmen.