Sie reden über den Suizid ihres Kindes

Der Tod eines Kindes lässt im Leben der Eltern keinen Stein auf dem andern, doch etwas bleibt: das Bewusstsein, dass das Kind einst da war. Dass es ­gelacht hat, geweint, lustig war, zickig. Dass es seine Eltern manchmal ratlos gemacht hat und immer wieder auch sehr stolz. Wenn Bruno Zürcher nach seiner Familie gefragt wird, sagt er darum stets: «Ich habe zwei Töchter – eine lebende und eine verstorbene.» Die knapp 19-jährige Mirjam, die ältere der Töchter von Bruno und Petra ­Zürcher, hat sich im Dezember 2004 das Leben genommen. Sie verliess morgens das elterliche Haus in Buchs ZH und kehrte nicht wieder zurück. «Ich schrie nur noch, als uns zwei ­Polizisten die Nachricht überbrachten», erinnert sich Petra Zürcher. «Es war ­wie ein Schlag. Alles war weg, die ­Gewissheiten, die Zukunft, alles.» ­Jahrelang war das Paar gefangen in ­einem traumatischen ­Zustand voller Schmerz.Im Dezember 2014 erzählen die Eltern im Zürcher «Tages-Anzeiger» und im Berner «Bund» offen von ihrem ­steinigen Weg zurück ins Leben. ­Sprechen über Verzweiflung, Schuldgefühle, Wut. «Jedes Jahr verlieren Hunderte von Eltern in der Schweiz ihr Kind. Und egal, auf welche Art – sie machen wohl dasselbe durch wie wir damals», sagt Bruno Zürcher. Ihnen hätten sie Mut machen wollen. «Es ist uns wichtig, ­ihnen zu zeigen, dass das Leben weitergehen kann. Auch wenn die Trauer für immer bleibt.»

Nicht alle können gleich gut damit ­umgehen, dass das Paar so offen über Mirjams Tod spricht. «Unsere Gesellschaft hat Mühe mit dem Thema», sagt Petra Zürcher. Aber, so sagt sie: «Sich über den Tod eines Kindes aus­zuschweigen hilft niemandem. Es verstärkt bei den Hinterbliebenen bloss das Gefühl, allein zu sein.» 

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