Verleumdung

Von
Veröffentlicht am 19.03.2020

Verleumdung bedeutet, dass jemand über eine Person ehrverletzende Behauptungen äussert oder sonst wie verbreitet, obwohl er weiss, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen.

Die Strafbarkeit der Verleumdung schützt den Ruf und das Gefühl des Betroffenen, ein ehrbarer Mensch zu sein. Das heisst, man soll sich so benehmen dürfen, wie nach allgemeinen Anschauungen ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt. Dabei genügt, dass die beschuldigte oder verdächtige Person den Umständen nach erkennbar ist. Dass den Äusserungen Glauben geschenkt wird, ist nicht erforderlich. Um den Straftatbestand zu erfüllen, muss der Täter mit Wissen und Willen handeln. Dazu gehört, dass er sich des ehrenrührigen Charakters seiner Vorwürfe bewusst war und sie dennoch äusserte. Die Tat ist vollendet, wenn eine Drittperson von den ehrverletzenden Äusserungen Kenntnis nimmt. Wer also sicher weiss, dass eine behauptete ehrverletzende Tatsache falsch ist, begeht eine Verleumdung. Damit der Täter auch verurteilt werden kann, muss das Opfer beziehungsweise der Ankläger beweisen, dass die Verleumdung unwahr ist.

Mehr zu Straftaten bei Guider

Worin unterscheidet sich ein Offizial- von einem Antragsdelikt? Was gilt wirklich als ehrverletzend? Gibt es eine Ordnungsbusse fürs Kiffen? Machen Sie sich als Beobachter-Abonnentin ein Bild davon, welche Straftat rechtlich wie definiert ist.