Schön, sind Sie da.

Helvetia – da steht sie, stolz und stoisch. Und bewacht mit Schild und Speer und strengem Blick unter anderem unsere Zweifränkler. Nicht ganz einfach, sich die toughe Schweizer Schutzpatronin in einer Alltagssituation vorzustellen. Beim Doktor zum Beispiel. 

Aber schliesslich ist Helvetia nicht mehr die Jüngste – und ein regelmässiger Check-up wohl nicht die dümmste Idee. Vielleicht hat ihr der Hausarzt bei der letzten Kontrolle mit ernster Miene ins Gewissen geredet. Und gemeint: Helvetia, Sie müssen langsam aufpassen. Alleine in den letzten zwölf Jahren haben Sie eine ganze Million zugelegt. Und trotzdem – in Ihrem Alter ist das nicht selten – sehe ich da erste Anzeichen einer Mangelernährung. Nehmen Sie denn auch wirklich genügend Fachkräfte zu sich?

Immer mehr Menschen leben in der Schweiz. Gleichzeitig fehlen die Kellner, die Ärztinnen und Pflegekräfte. Was, wenn das so weitergeht?

Seit Monaten schon ist politisches Déjà-vu. Der Wahlkampf 2023 ähnelt dem Wahlkampf von 2011 frappant. Damals knackte man gerade die 8-Millionen-Einwohner-Grenze und diskutierte über den «Dichtestress». Vor einer Woche wurde offiziell: Mehr als 9 Millionen Menschen leben jetzt in der Schweiz. Und das neue Schlagwort ist die «10-Millionen-Schweiz». Wie wollen wir künftig leben, in einem Land, das voller wird? Weil Wahlkämpfe nicht gerade dafür bekannt sind, besonders fruchtbare und sachliche Debatten hervorzubringen, haben wir uns selbst auf die Suche nach Antworten gemacht. Eine Recherche abseits von politischen Parolen und hinter den Hochglanzprojekten. Co-Autor Raphael Brunner: 

«Raumplanung, Verkehrsplanung, Ortsplanung – das klingt alles so technisch, so weit entfernt von meinem Alltag. Aber diese Dinge beeinflussen unser Leben ungemein, bestimmen, wie wir wohnen, wie wir unterwegs sind, wo wir arbeiten und was wir in unserer Freizeit tun. Das heisst aber auch: Wir können entscheiden, es liegt in unseren Händen, wie wir in Zukunft leben. Das finde ich ermutigend.»Raphael Brunner

In der ersten Sitzung erklärte sie Eliane Hiestand, dass sie ein Medium sei, hellhörig und hellfühlig, und Geistwesen wahrnehmen könne. Diese Woche haben wir über die Psychologin Meret Huntscher berichtet, die ihren Patienten Angst vor dem Weltuntergang macht und ihnen einen Geistheiler empfiehlt. Eliane Hiestand heisst eigentlich anders. Meret Huntscher auch. Und unsere Reporterin hat unter falschem Namen eine Sitzung gebucht, um Belege für die Recherche zu sammeln. 

Warum ändert der Beobachter die Namen von Personen, über die er schreibt? Und wann dürfen Journalisten eigentlich verdeckt recherchieren? Wir haben den Chefredaktor gefragt.

Sie deckten einen Behördenskandal auf, kämpfen gegen Missbrauch im Sport – und für die Selbstbestimmtheit von Mitmenschen mit Beeinträchtigung: die Kandidatinnen für den Prix Courage 2023. Den verleihen wir jedes Jahr an Menschen, die durch ihr uneigennütziges Handeln und ihre mutigen Taten beeindrucken.

Und dazu brauchen wir Sie. Denn unsere Jury kürt den Gewinner nicht alleine. Stimmen Sie jetzt im Publikumsvoting ab. Wir danken!

So viel für heute. Bis nächste Woche, wenn Sie mögen.