Elektrik: Kontrollieren Sie den Zustand des Kabelbaumes. Stellen Sie fest, ob die Batterie sowie sämtliche Teile des Elektrik-Kreislaufes wie Lampen, Sicherungen oder Blinker korrekt arbeiten.

Gabel: Achten Sie auf den Zustand der Gabelbrücken, von Stand- und Tauchrohren, um eventuelle Zeichen eines Unfalles feststellen zu können. Kontrollieren Sie gleichzeitig, ob die Gabelbrücken korrekt festgeklemmt sind. Nehmen Sie hinter dem Lenker Platz und drücken Sie die Gabel kräftig nach unten. Die Gabel muss gleichmässig und ohne Knackgeräusche arbeiten. Prüfen Sie auch, ob die Gabelsimmerringe dicht sind.

Bremsen: Stellen Sie fest, wie stark die Bremsbeläge bereits verbraucht und ob die Hydrauliköl-Kreisläufe und ihre Anschlussstellen dicht sind. Fahren Sie mit den Fingern über die Bremsscheiben, um Riefen oder gar Verformungen zu erkennen. Die Oberfläche der Scheiben muss rundum glatt sein.

Lenkung: Stellen Sie die Maschine auf den Zentralständer, entlasten Sie das Vorderrad. Drehen Sie den Lenker von rechts nach links - es darf keine «harte» Stelle geben. Druckstellen bedeuten mit Sicherheit einen Defekt im Lenkkopflager.

Rahmen: Abgesplitterte Farbflächen, zusätzliche Schweissnähte und sichtbare Druckstellen sind untrügliche Zeichen für einen mehr oder weniger schlimmen Sturz oder Unfall. Kontrollieren Sie die Nummern des Rahmens anhand des Fahrzeug- Ausweises. Prüfen Sie auch, ob die Hinterradschwinge kein seitliches Spiel hat.

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Hebel und Fussrasten: Sturzspuren sind an Hebeln und Fussrasten im Normalfall gut sichtbar. Fragen Sie den Fahrer danach. Achten Sie auch darauf, ob die Gummis der Rasten im Bezug auf die angegebene Gesamtkilometerzahl nicht zu stark abgenützt sind.

Motor: Prüfen Sie den Motor mit Ohren und Augen. Halten Sie Ausschau nach eventuellen Oellecks. Betrachten Sie die Schrauben des Motors von ganz nahe. So können Sie erkennen, ob das Triebwerk bereits ein oder mehrere Male mehr oder weniger sorgfältig geöffnet worden ist. Bitten Sie den Verkäufer, den Motor laufen zu lassen, und achten Sie auf verdächtige Geräusche. Selbstverständlich sollten Sie die Motonummer mit der Angabe im Fahrzeugausweis vergleichen.

Hinterradfederung: Stellen Sie sich hinter dem Motorrad auf, und drücken Sie kräftig auf den hinteren Teil der Sitzbank. Die Federung muss ohne Störungen progressiv eintauchen und wieder nach oben kommen. Achten Sie auf mögliche Öllecks.

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Schrauben und Deckel: Bei Sportmotorrädern unbedingt die Fixierungen der Bremszangen kontrollieren, genauso wie die Verschlüsse von Wasserkühler und Oelkreislauf. Weisen diese Teile Querbohrungen auf, deutet dies unmissverständlich auf einen Gebrauch des Motorrades auf der Rennstrecke hin.

Räder und Felgen: Zögern Sie nicht, hinter dem Motorrad in die Knie zu gehen und die exakte Ausrichtung der beiden Räder zu überprüfen. Drehen Sie die Räder, um eventuellen Felgenschlägen oder defekten Radlagern auf die Spur zu kommen. Kontrollieren Sie die Felgen auf eventuelle Anzeichen eines Schlages. Prüfen Sie bei für leichten Geländeeinsatz tauglichen Enduro-Motorrädern die Speichen auf festen Sitz; sie könnten bei harten Schlägen gelitten haben.

Kraftübertragung: Prüfen Sie den Zustand der Antriebskette (Spannung, Rollen, O-Ringe und Schloss) sowie das Antriebsritzel und den hinteren Zahnkranz. «Spitze» oder gar ausbrochene Zähne sind zu beanstanden.

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Auspuffanlage: Die bei Stürzen sehr exponierten Auspuffanlagen sind auch sehr rostanfällig. Blatern im Chrom oder im eingefärbten Metall entlarven die Rostbildung. Werfen Sie auch ein Auge in die hintere Auspufföffnung. Ein nasser, verölter Ausgang weist auf eine schlechte Vergaserabstimmung oder sogar auf verschlissene Kolbenringe hin - also auf ein Motorrad, das zu viel Öl verbraucht.

Reifen: Auch der Zustand der Reifen kann den Preis eines Occasion-Motorrads beeinflussen. Prüfen Sie, ob die Abnutzung des Profis noch nicht am Limit ist; die Tiefe sollte noch mindestens 1,5 bis 2 mm betragen. Achtung: Ungleichmässige Abnutzung auf den Reifenflanken deutet auf eine defekte Gabel oder eine «krumme» Schwinge.

Quelle: Kommission Motorradfahrer der TCS Sektion Genf

Was es sonst noch zu bedenken gibt

Testfahrten: Sie sollten vor einem Kauf mindestens vier, fünf Maschinen testen. Achten Sie vor allem auf die Sitzposition und die Sitzhöhe. Wenn Sie oft mit einer Begleitperson unterwegs sind, sollten Sie auch die Testfahrt unbedingt in Begleitung absolvieren.

Gewicht: Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich ein schweres Motorrad brauchen. Wer oft und gern auf kurvenreichen Strassen unterwegs ist, sollte sich keine Maschine anschaffen, die mehr als 150 bis 200 Kilo auf die Waage bringt.

Kosten: Denken Sie nicht nur an den Kaufpreis. Es kommen noch weitere Auslagen dazu – insbesondere für Abgaben, Versicherung, Benzin und Ausrüstung.

Ausrüstung: Testen Sie auch den Helm vor dem Kauf auf einer Probefahrt. Fahren Sie nur mit robustem Schuhwerk und mit Kleidung aus Leder oder abriebfesten Textilien. Schultern, Rücken, Ellbogen, Hüften und Knie sollten mit speziellen Protektoren geschützt werden. Tragen Sie immer Handschuhe und fahren Sie nie in kurzen Hosen und im T-Shirt – auch nicht bei 35 Grad im Schatten.

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