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Die vielen Spuren von Nagezähnen in frisch gefälltem Holz zeigen: Dem Biber geht es prächtig. Im Naturschutz­gebiet Häftli, in einem Altarm der Aare bei Büren, weisen sogar Strassenschilder auf die Biber hin. Reiter und Velofahrer sollen hier vorsichtig sein; der Uferweg könnte wegen der vielen Biberhöhlen in der Böschung einstürzen.

Im frühen 19. Jahrhundert war der pelzige Nager mit der Schwanzkelle in der Schweiz ausgerottet. Ab 1956 siedelte man ihn im Rahmen eines 20 Jahre dauernden Gross­projekts wieder an. Die 141 einst ausgesetzten Tiere haben heute rund 2000 Nachkommen. Etwa 260 von ihnen bevölkern die Aare. «Jede Familie beansprucht einen Flussabschnitt von etwa ein bis zwei Kilometern», sagt Christof Angst von der Biberfachstelle des Bundes. Wie gross ein Revier genau ist, hängt vor allem vom Nahrungsangebot ab: von den Weiden und Pappeln, deren Rinde der Biber im Winter frisst. «Rund eine Hektare Auenwald reicht für eine Biberfamilie», sagt Christof Angst. Ist aus­reichend Wald vorhanden, sind entsprechend kaum Schäden am Kulturland zu erwarten.

Problemzonen für die Biber sind die Kraftwerke am Fluss. Erst Mitte Juni musste ein Wildhüter wieder ein Biber-Jungtier aus dem Rechen des Kraftwerks im Berner Mattequartier befreien. Inzwischen ist der Kleine der Öffentlichkeit als Biber Max bekannt.

An den grossen Schweizer Flüssen wie Aare, Reuss, Limmat und Thur sind heute alle für Biber geeigneten Plätze besetzt. Darum erschliesst Meister Bockert nun auch noch die kleinen Flüsse und Bäche. Wir wünschen viel Glück.

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Rund 30 einheimische und sechs exotische Fischarten kommen in der Aare vor. Doch die Bestände sind seit den achtziger Jahren um zirka zwei Drittel zurückgegegangen. Rund die Hälfte der Arten steht heute auf der Roten Liste, einige, beispielsweise die Nase, sind deshalb geschützt.

Am häufigsten gefischt werden in der Aare Egli, Äschen (Bild) und Bachforellen. Auch Hechte, Barben und Alet gehen regelmässig an den Haken. Gleichzeitig werden Hunderttausende von Fischen aus Zuchtanlagen in die Aare entlassen. Dieser sogenannte Besatz ist heute umstritten.

Die Äsche: 2012 haben Fischer und Kantone 510'000 Jungfische in die Aare gegeben, zum Beispiel in der Schadau am Ausfluss des Thunersees. Früher waren es sogar noch mehr. Diese Besatzfische sollten die natürliche Population stützen, vor allem aber einen guten Fang garantieren. Doch die Zahlen sind ernüchternd: Nur gerade 2206 Äschen gingen 2012 an die Angel. Allem Anschein nach überleben die Besatzfische nicht lange, sie sterben innert weniger Monate. Neue genetische Untersuchungen im Auftrag des Bundesamts für Umwelt weisen darauf hin, dass Besatzfische sich nur selten fortpflanzen. Man nimmt heute an, dass die Tiere aus Zuchtanlagen nicht gut genug an die Verhältnisse in den Flüssen angepasst sind.

Viele Kantone überprüfen deshalb zurzeit, ob der Fischbesatz noch sinnvoll ist. Fest steht, dass Flussrenaturierungen für den Bestand viel wichtiger sind. Das zeigt sich auch bei der Äsche: Überall dort, wo sie wieder natürliche Flussläufe mit sauberen, gut durchspülten Kiesbänken antreffen, finden die Weibchen Plätze, um ihren Laich abzulegen.

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Der Bestand des vielleicht buntesten Vogels der Schweiz ist stabil. Auch dank Vogelschützern, die sich um das schillernde Juwel der Flüsse kümmern. Sie bauen dem Eisvogel senkrechte Brutwände mit Löchern, in denen er seine Jungen aufziehen kann. Zudem wurden mehrere Flussabschnitte renaturiert, an denen die Art wieder mehr Lebensraum findet als zuvor. Rund 30 bis 60 Eisvögel leben laut Vogelwarte Sempach im Winter an der Aare. Zahlen betreffend den Sommer gibt es nicht.

Richtig zahlreich war der exotisch anmutende Vogel nie. Der Grund liegt in der ­hohen Sterblichkeit im Winter: Frieren die Flüsse über längere Zeit ganz oder teilweise zu, kommen bis zu 90 Prozent der Popula­tion um. Ihre Nahrung, kleine Fischchen, ist dann unerreichbar. Ihrem Namen zum Trotz mögen die Vögel Eis also gar nicht.

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Beobachten kann man Eisvögel entlang der Aare vor allem in den Auengebieten. Oft pfeilen sie aber so schnell übers Wasser, dass man nur etwas Blaues aufblitzen sieht. Ansonsten sitzen sie ruhig auf einem Zweig und äugen ins Wasser, bis sie einen Fisch sichten. Auf der Jagd nach der Beute können sie bis zu einen Meter tief tauchen.

Ob die Vögel Junge haben, ist übrigens an der Art zu erkennen, wie sie ein Fischchen im Schnabel halten: Ragt der Fischkopf nach vorne, ist die Beute für den Nachwuchs bestimmt. Hält der Vogel den Fisch schwanzvoraus, wird er ihn selber fressen. Im Frühling könnte diese Beute allerdings auch ein Brautgeschenk sein. Mit einer buckligen Verbeugung überreicht das Männchen den Fisch dem umgarnten Weibchen, das ihn rufend und zitternd entgegennimmt.