Die geselligen Erdmännchen entfernen sich nur wenige hundert Meter von ihrem Bau. Sie fressen am liebsten Insekten, aber auch saftige Knollen, die sie ausgraben. Bietet ihre Umgebung nicht mehr genug Nahrung, zieht die Kolonie um. Eigene Höhlen graben Erdmännchen nur selten. Meist beziehen sie einen fertigen Bau, den Erdhörnchen oder andere Tiere aufgegeben haben.

So niedlich Erdmännchen auch aussehen, sie pflegen eine Sozialstruktur, die sie knallhart durchsetzen. Das dominanteste Weibchen bringt 80 Prozent des Nachwuchses ­einer 30 bis 40 Tiere umfassenden Kolonie zur Welt. Ist die Chefin trächtig, wird sie aggressiv und ­attackiert die untergebenen Weibchen, bis diese freiwillig das Feld räumen. Dabei produzieren sie so viele Stresshormone, dass sie unfruchtbar werden. Falls sie trächtig sind, erleiden sie häufig Fehlgeburten. So müssen die Nachkommen des dominanten Weibchens kaum mit anderem Nachwuchs konkurrieren.

Schwächere Tiere haben es im Erdmännchen-Alltag nicht leicht. Sie haben oft lästige Aufgaben zu erledigen. In einem Versuch legten Forscher Skorpione, eine Leibspeise der Erdmännchen, in schwer zu öffnende Glas­gefässe. Die Dominanten liessen den Rangniederen zwar grosszügig den Vortritt, nahmen ­ihnen die Beute aber gleich ab, nachdem die Gläser geöffnet waren.

Überquert eine Gruppe Erdmännchen eine verkehrsreiche Strasse, schickt sie die Schwächeren vor. Das dominante Weibchen führt die Gruppe nur bis zum Strassenrand und tritt dort die Führungsrolle an ein anderes Tier ab. Was sinnvoll ist, weil die Chefin auch in Zukunft für die Nachkommen zu sorgen hat.

Steckbrief: Erdmännchen; Suricata suricatta

Grösse und Gewicht: bis zirka 29 cm; 750 g

Feinde: Greifvögel, Schakale

Besonderes: strikte Hierarchie in der Gruppe

Quelle: Sara & Joachim Mebe