Die Koordinaten 802 195/173 869 sind eigentlich völlig unbedeutend. Revierförster Francesco Pietrogiovanna hofft, dass das so bleibt. Die Zahlen auf seiner Karte markieren das Nordportal des Tunnels Lingia zwischen Zernez und Brail GR. Im Notfall bezeichnen sie dem Piloten eines Rettungshelikopters den genauen Einsatzort. Pietrogiovannas Trupp holzt entlang den Geleisen der Rhätischen Bahn die Hänge aus. Im Winter könnten Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen und die Fahrleitungen herunterreissen. «Letztes Jahr mussten sie mit dem Helikopter den Schnee von den Bäumen wehen – ein ziemlich teurer Spass», sagt Pietrogiovanna und mustert den Waldrand. Deshalb müssen heuer die Forstleute ran. 

Die Bahn hat den Auftrag an das Forstamt der Gemeinde S-chanf vergeben – im Stundenansatz. «Anders rechnen sich diese Aufträge nicht», sagt Pietrogiovanna. Das hat Gründe: Die Hänge sind steil, zum Teil gar felsig, und jeder zu fällende Baum muss mit der Seilwinde gesichert werden, so dass er keinesfalls Richtung Bahnstrecke stürzen kann. Und als Ernte ist zudem viel schlechtes Holz zu erwarten, faul und verwachsen.

Während all diese Widrigkeiten unternehmerische Mühsal sind, lassen sie das Holzerherz höherschlagen. «Wegen solcher Arbeiten wird man Forstwart», sagt Mario Wohlwend und streift sich ein paar Rindenstückchen aus den blonden Fransen. Der 19-Jährige hat gerade das Zugseil an der nächsten Fichte angebracht. Dazu ist er mit Gurte und Klettereisen den Stamm hochgekraxelt. Diese Arbeit macht er schon den ganzen Morgen. «Ich klettere eben gern.» Wohlwend hat im Sommer die Lehre abgeschlossen und ist mit Leib und Seele Forstwart. Er habe schon im Kindergarten mit der Motorsäge hantiert, sagt er. Sein Vater holte damals das Holz noch mit Pferden aus den Hängen. Ein paar Pferdestärken mehr stehen dafür heute zur Verfügung.

Quelle: Tomas Wüthrich
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Erich Gufler lenkt einen kleinen Traktor mit Greifarm auf dem schmalen Waldweg hin und her. Die Stammstücke werden mit der Seilwinde zum Weg gezogen und anschliessend aus dem Wald gefahren. Gufler ist pensioniert und vor allem aus Freude an der Arbeit hier. «Eigentlich nu aus Freud», sagt der gebürtige Tiroler. Während Gufler die Stämme wegschleppt, begutachtet Wohlwend mit dem Kollegen Jon Signorell den nächsten Baum, hinter dem eine kleine Felsnase aus dem Hang ragt. Der Stamm könnte abprallen und gegen den kleineren Baum geschleudert werden, fürchten sie. «Ich weiss nicht, ob der das hält», sagt Wohlwend. Die Tanne könnte bersten und aufs Gleis oder in die Fahrleitung stürzen. «Dann machen wir den Kleinen zuerst weg», sagt Signorell und geht los. Er schneidet eine grosse Kerbe, die dem Baum die Fallrichtung gibt, und kontrolliert mit dem Meter nach. Passt. Man vergisst ob der grossen Dimensionen von Bäumen gern, dass Holzen exaktes Handwerk ist. «Du kannst den Baum auf den Meter genau fällen», sagt Signorell.

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Gufler gibt per Fernbedienung Zug auf das Spannseil. «Uuuooooooob!» – «Obacht» heisst das. Signorells Warnruf gellt durchs Gehölz, dann heult seine Motorsäge kurz auf. Während sich der Baum zu neigen beginnt, hastet Signorell ein paar Meter zur Seite an einen sicheren Rückzugsort. Weit vom Baum gibt alte Förster. Der Wipfel pflügt durch die Äste und schlägt krachend auf den trockenen Waldboden. Die drei beginnen mit dem Entasten. Kaum ist der Baum zur Ruhe gekommen, fallen sie mit den Motorsägen über ihn her. Trotz allen Erschwernissen gehen die Arbeiten zügig voran. Der Trupp ist ein eingespieltes Team. «Das sind gute Leut», sagt Gufler anerkennend. «Mit Anfängern geht es nie so hurtig.» Er schaut zu, wie seine Kameraden dem Stamm zu Leibe rücken. Adriano Marighetto, der Vierte im Bunde, fängt an, die Krone zu zerlegen.

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Signorell setzt die Motorsäge an, stutzt und blickt um sich. Dann stapft er den Hang hoch zu Marighetto – um seine Säge zurückzufordern. Jeder hier hat sein eigenes Gerät. Bei der Säge hört die Forstmannsfreundschaft auf. Aberglaube? «Es geht vor allem um den Kettenschliff», grinst Marighetto und händigt Signorell die Maschine aus.

Die beiden fangen an, den Stamm in fünfmetrige Stücke zu teilen, die gut weiterverarbeitet werden können. Zum S-chanfer Forstbetrieb gehört eine eigene Sägerei. Plötzlich geht ein Ruck durch den Baum. Der Wipfel schlägt wuchtig aus, ein Stück Stamm rollt einige Meter den Hang hinunter. Oben war Marighetto eben noch am Entasten. Der Baum kommt zur Ruhe, die Sägen tuckern im Standgas, sonst tut sich nichts. Signorell reckt den Kopf, blickt hangaufwärts und horcht. Marighetto ist nicht zu sehen. Zwei Sekunden, drei – dann heult seine Säge wieder auf. Signorell klappt seinen Gesichtsschutz hinunter und arbeitet weiter. Kurz darauf kommt Marighetto mit federndem Gang durch die abgeschnittenen Äste heruntergeschritten, ein Grinsen im Gesicht: «Immer ein bisschen schauen», murmelt er. «Man muss immer ein bisschen schauen.»

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Damit im Notfall Hilfe organisiert werden kann, darf im Wald nicht allein gearbeitet werden. Die werten Kameraden sind manchmal aber auch ein Gefahrenherd. «Es ist schon ein gefährlicher Beruf», sagt Wohlwend. «Man muss mit dem Kopf bei der Sache sein – sonst ist es Mord.»
Wer beim Holzen fahrlässig handelt, gefährdet immer auch die anderen. «Letztes Jahr haben wir ein bisschen Seich gemacht», sagt Wohlwend und lächelt, als wäre er gerade dabei ertappt worden. Ein Arbeitskollege wich einem Ast aus und stürzte mit der laufenden Motorsäge gegen Wohlwends Oberschenkel. Passiert ist nichts – Schnittschutzhosen sei Dank. Sie sind aus einem speziellen Material. Wird das Gewebe verletzt, gibt es lange Fasern frei, die die Motorsäge augenblicklich blockieren. Ohne diese Schutzkleidung wäre Wohlwends Lebenslauf dort wohl bereits zu Ende gewesen.

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Gefahr geht aber nicht nur von den Kameraden aus: Die Maschinen, die Bäume, das unwegsame Gelände und das Material – alles kann den Holzern zum Verhängnis werden. Forstarbeit gehört zu den unfallträchtigsten Branchen. Auf 1000 Vollzeitstellen kamen letztes Jahr 276 Unfälle. Oder, wie es Marighetto interpretiert: «Jedes dritte Jahr ist man fällig.» Er selbst arbeitet seit zehn Jahren im Forst, unfallfrei. Statt seiner mussten zwei andere für die Statistik den Kopf hinhalten. Pensionär Gufler blieb gar in rekordverdächtigen 45 Berufsjahren von allem verschont. Das Geheimnis seines Erfolgs? «Nie pressiern, wenns heikel wird. Und immer schaun», raunt der Tiroler. Im Forstbetrieb von S-chanf gab es in den letzten fünf Jahren keine nennenswerten Unfälle.

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«Wir hatten viel Glück und gute Leute», sagt Pietrogiovanna. «Wir machen eben keine Fehler», scherzt Signorell, «jedenfalls nicht bei der Arbeit.» Verletzungen gebe es höchstens beim Eishockey. Entsprechend weiss keiner der vier über eigene Blessuren zu berichten. «Ausser so kleines Zeugs», sagt Wohlwend und zeigt seinen schwarzen Daumennagel. Beim Bretterbeigen hatte sich ein Stück Baumrinde daruntergebohrt, fast bis zum Nagelbett. Das wurde früher als Foltermethode praktiziert. «Tat schon ein bisschen weh», sagt Wohlwend und schiebt den lädierten Daumen wieder in den Arbeitshandschuh. Unter Holzern mag so was nicht als Verletzung gelten; in der Suva-Statistik landet es dennoch, sofern der Betroffene zum Arzt geht – genau wie Unfälle, die nicht branchenspezifisch sind wie Misstritte und Überbelastungen. Der Holzer ist eben einem höheren Gefahrenpotential ausgesetzt als der Büroangestellte zwischen Schreibtisch, Papierkorb und Tastatur. Zwar sind gegen 60 Prozent der von der Suva registrierten Forstunfälle sogenannte Bagatellunfälle, bei denen der Betroffene nach drei Tagen bereits wieder arbeiten kann – manchmal sind es nur Wespenstiche. Anderseits können im Umgang mit Motorsägen und tonnenschwerem Holz schon kleine Unachtsamkeiten verheerende Unfälle verursachen.

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Quelle: Tomas Wüthrich

Sorgfältig vorgehen ist darum oberstes Gebot. «Holzer arbeiten häufig im Akkord. Wenn dann noch der Holzpreis fällt…», sagt Marighetto und lässt den Satz vielsagend versiegen. «Auch als öffentlicher Forstbetrieb müssen wir wettbewerbs- und konkurrenzfähig sein», so Pietrogiovanna. «Die Sicherheit muss aber auch unter Zeitdruck gewährleistet sein.» Sonst kanns schiefgehen. Unfälle von Landwirten und anderen privaten Waldbesitzern sind in den Suva-Statistiken gar nicht erfasst. Sie verzeichnen allein die Unfälle der Profis. Und die kennen eigentlich die kleinen, einfachen Regeln, die Unglück zu verhindern helfen. Nie arbeiten sie zum Beispiel mit der Motorsäge vor dem Gesichts- und Halsbereich. «Wenn die Säge zurückschlägt, kann man sie nicht halten», sagt Pietrogiovanna.

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Die Folgen wären furchtbar. In Hängen nicht übereinander arbeiten ist eine weitere Regel. Oder vor dem Fällen einen Rückzugsort festlegen, an dem man ungefährdet ist. Selbst in den vorbildlichsten Betrieben ist nicht jeder Unfall vermeidbar. Was bleibt, ist das sogenannte Restrisiko, und dessen Hauptursache ist, wie fast immer, der Mensch. Manchmal sei es schiere Dummheit, sagt Wohlwend: «Einer hat mal den Ast abgesägt, auf dem er stand», erzählt er. Gelächter. Keine gute Idee, wie der Volksmund weiss. «Schon, aber jemand musste ja schauen, obs stimmt», frotzelt Signorell. «Bei Profis ist die Routine das Gefährlichste», sagt Marighetto, «man wird unaufmerksam.» Schweigendes Einverständnis in der Gruppe – obwohl: Sich einschleichende Routine ist bei diesem Auftrag keine Gefahr. «Viel komplizierter als das wirds selten», sagt Signorell. Trotz dem Risiko freuen sich alle über die anspruchsvolle Arbeit: «Ein bisschen Gefahr ist reizvoll», sagt Wohlwend. Hier gehe es um etwas, im Flachen dagegen müsse man vor allem den Jungwuchs schonen.

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Den Jungwuchs schonen will auch die Suva, den menschlichen nämlich. Denn die Auszubildenden gehören zu den Hauptrisikogruppen. Daran ist nicht nur mangelnde Erfahrung schuld. Ein zarter Erstlehrjahrstift hat Aststreichen und zurückschlagenden Sägen oft weder Gewicht noch Kraft entgegenzusetzen. «Es sind nicht alle kräftig gebaut wie Wohlwend», sagt Pietrogiovanna. Auch letztes Jahr verlor wieder ein Forstwartlehrling sein Leben. Aufgrund der vielen Todesfälle im letzten Winter hat die Suva im Rahmen von «Vision 250 Leben» eine Kampagne für mehr Arbeitssicherheit gestartet (siehe «Kampagne»). Ausserdem zeichnete sie im Sommer 40 Lehrlinge aus, die ihre Ausbildung unfallfrei durchlaufen haben. Sie seien der Beweis dafür, dass eine unfallfreie Ausbildungszeit möglich sei. Sieben der Ausgezeichneten waren aus Graubünden. Hier in den Bergen ist das Gelände ein wesentlicher Teil der Gefährdung – nicht nur der Misstritte wegen. Bei den Arbeiten entlang dem Bahntrassee wird dies besonders deutlich. Direkt neben dem Tunnelportal wachsen mehrere Fichten aus einem zehn Meter hohen Felsband. Die müssen weg. Und als ob alles nicht schon schwierig genug wäre, ist hier auch noch eine zweite Stromleitung im Weg. «Heikle Sach», knurrt Gufler und scharrt mit den Schuhen im trockenen Waldboden. Zum ersten Mal an diesem Tag ist so etwas wie Anspannung spürbar.

Wohlwend und Signorell inspizieren das Felsband von oben. «Da müssen wir schauen», sagt Wohlwend und scheint sich innerlich einen Sturz über den Abhang auszumalen. «Kein Problem, wir tragen ja Handschuhe», witzelt Signorell. Männern fällt es nicht immer leicht, ehrliche Sorge zu zeigen. Forstarbeiter sind keine Ausnahme. Deshalb kommen Warnungen und Ermahnungen meistens in Sprüche verpackt daher. Sobald das aufhört, ist es richtig gefährlich.

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Quelle: Tomas Wüthrich

Wohlwend montiert die Klettereisen, Signorell sichert ihn mit einem Seil. «Hast du mich?», fragt Wohlwend und will das Ja zweimal hören. Dann arbeitet er sich den Baum hoch, kappt mit der Motorsäge einhändig die Äste und schickt jeden mit einem kleinen Jauchzer in die Tiefe. Danach montiert er das Seil und klettert zum Strunk hinunter. Doch als er die Säge ansetzt, geht plötzlich nichts mehr. Signorell lehnt sich gegen einen Baum, die anderen verharren andächtig in ihren Positionen. Stille. «Der Zug», sagt Marighetto. Sobald ein Zug den Bahnhof in Zernez oder in Brail verlässt, müssen die Fällarbeiten eingestellt werden. Falls etwas schiefgehen sollte, muss genug Zeit bleiben, um den Lokführer zu warnen. Dafür ist eigens ein Bahnarbeiter vor Ort. Über Funk steht er in ständigem Kontakt mit der RhB-Zentrale in Klosters.

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Wenn der Zug pünktlich ist, hat er ab Bahnhof drei Minuten bis zum Schlagplatz. Gerade ist er unpünktlich. Es dauert eine Weile, bis die Männer die Ruhe für ein Gespräch nutzen. Der Zug könnte ja jeden Moment kommen, und eigentlich würden alle lieber weiterarbeiten. Diesmal aber ist er 15 Minuten zu spät. Die Versuchung, den fällbereiten Baum einfach umzumachen, ist gross. «Es braucht halt Geduld», sagt Marighetto.

Endlich kommt der Zug in Sicht und verschwindet wieder im Tunnel. Wohlwend schneidet die Fällkerbe heraus und sägt von der Gegenseite ein Stück weit in den Stamm. Dann klettert er am Sicherungsseil die Böschung hoch. Der geschwächte Baum kann nun mit der Seilwinde umgerissen werden. «Au’poss’n!», mahnt Gufler. Aufpassen. Die Winde strafft das Seil, der Baum dreht sich knarrend weg und stürzt den Hang hinunter – ein paar Grad zu weit nach links. Die Truppe begutachtet ihr leicht missglücktes Werk und wechselt belustigt ein paar Worte in Rätoromanisch. «Den haben wir ein bisschen überrichtet», analysiert Signorell. «Jeder Baum ist anders.» Die drei werfen ihre Sägen an. Pietrogiovanna blickt auf seine Karte. Der erste Abschnitt ist bald geräumt. Danach wird sich der Trupp Richtung Val Raschitsch vorarbeiten – Koordinaten 801 736/172 286. Eigentlich sind diese Zahlen völlig unbedeutend. Immer ein bisschen schauen. Dann bleibt das auch so.

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Quelle: Tomas Wüthrich

Risikoverhalten

Menschen gehen Risiken ein, obschon sie die Gefahren kennen. Das Wissen über Risiken ­ändert ihr ­Verhalten noch lange nicht. Raucher etwa wissen, dass Nikotin schädlich ist, ­verbinden mit dem Rauchen aber auch ­positive Aspekte (etwa Gewichtskontrolle). Die Frage muss also lauten: Wie bringt man Menschen dazu, Risiken nicht einzugehen?

Menschen werden umso risikofreudiger, je mehr sie überzeugt sind, eventuelle Risiken im Griff zu haben. Diese Kontrollüberzeugung kann dadurch entstehen, dass Risiken bekannt anmuten. Ob ein Risiko als hoch oder niedrig eingeschätzt wird, ob man es akzeptiert oder verdrängt, hängt nicht nur von Zahlen und Fakten, sondern auch von Glauben, Ängsten und Wünschen ab. Die Möglichkeit des Eintreffens eines Ereignisses (eines Unfalls) wird für umso grösser gehalten, je besser das ­Ereignis vorgestellt oder erinnert werden kann.

Das heisst: Gute und schlechte ­persönliche ­Erfahrungen spielen mit. Ausserdem hält man sich für weniger gefährdet, wenn man der Über­zeugung ist, einen persönlichen Einfluss auf die Höhe des Risikos zu haben.

Risikobereitschaft ist auch eine Frage des Alters. Bei Jugendlichen ist das Risikoverhalten höher als bei älteren Menschen. In der Berufsausbildung sollte Sicherheit deshalb zentral sein.

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Kampagne: Unfälle eindämmen, Menschenleben retten

In der Schweiz verlieren jedes Jahr rund 90 Menschen durch Berufsunfälle ihr Leben. Das sind 2,3 Todesfälle auf 100'000 Voll­beschäftigte. Damit liegt die Schweiz im ­europäischen Durchschnitt.

Mit der Kampagne «Vision 250 Leben» ­will die Suva neue Impulse für die ­Arbeitssicherheit ­geben. Ziel ist es, bis ins Jahr 2015 total 250 ­Menschenleben zu retten. Damit wäre ein erstes Zwischenziel erreicht: die Senkung des Todesfallrisikos durch Berufsunfälle auf 1:100 000. ­Dazu muss die Zahl der Todesfälle mehr als ­halbiert werden, auf maximal 35 pro Jahr.

Folgende Schwerpunkte setzt die Suva bei der Kampagne:

1. Vollzug der Sicherheitsmassnahmen bei ­risikoreichen Arbeitsplätzen verstärken.

2. Nachhaltiges Lernen aus jedem schweren Unfall (Unfallanalyse, Sofortmassnahmen, Massnahmen im Sicherheitssystem, Unfalldatenbank).

3. Risikoeinschätzung und Risikoverhalten ­verbessern.

Dank diesen Massnahmen soll gleichzeitig auch die Anzahl schwerer Invaliditätsfälle ­reduziert werden.