Wer vor sommerlicher Hitze in den vermeintlich kühlen Wald flieht, sollte seinen Schattenspender gut auswählen. Studien der Forschungs­anstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigen nämlich Überraschen­des: In Föhrenwäldern kann es fast zwei Grad wärmer sein als auf dem offenen Feld.

Zwei Forscherinnen des WSL untersuchten im Hitzesommer 2003 von Genf über Schaffhausen, das Bündnerland und bis ins Tessin 14 verschiedene Waldstücke. Sie wollten wissen, wie sich die Temperatur im Wald im Vergleich zur ­Umgebung verhält. Als ideale Schat­tenspender erwiesen sich Laubwälder wie Buchen- oder Eichenhaine. Unter dem Blätterdach lag die Temperatur mehr als fünf Grad tiefer als ausserhalb des Waldes – und je wärmer es war, desto grösser war die Temperaturdifferenz.

Weniger Wirkung zeigen offenbar Nadelbäume: Unter ihrem Dach stellten die Wissenschaftlerinnen nur gerade ein bis zwei Grad tiefere Temperaturen fest. «Die Ergebnisse haben», so die Forscherinnen, «einen hohen Wert für städtische Gebiete, wo Parkanlagen Quellen für Erholung während Hitzeperioden darstellen.»