Myclimate, das Schweizer Vorzeigeunternehmen im Geschäft mit der Nachhaltigkeit, ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Vor bald zehn Jahren an der ETH in Zürich gegründet, bewirtschaftet die «Non-Profit-Stiftung» das schlechte Gewissen der ­Bevölkerung inzwischen mit fast 40 Mitarbeitern.

Von «Non Profit» kann aber keine Rede sein, das Geschäft ist hochrentabel. Zwar stagnier­ten 2010 die Einnahmen bei knapp 10 Millionen Franken. So viel bezahlten umwelt­bewusste Bürger und Firmen freiwillig ein, etwa als kleiner Aufschlag zu Flugtickets, und «kompensierten» so 303'000 Tonnen CO2.

Die in aller Welt geförderten Klimaschutzprojekte kompensierten aber tatsächlich nur halb so viel CO2 – und die Menge ist gegenüber dem Vorjahr erst noch rückläufig. Gemäss aktuellem Geschäftsbericht betrug die effektive Reduktion 167'000 Tonnen CO2. Das heisst: Nur knapp 5 der rund 10 Millionen Franken Spenden wurden in Projekte investiert.

Jeder dritte Spendenfranken – 2010 also drei Millionen – wurde auf die hohe Kante gelegt. Buchhalterisch heisst dieser Topf «Klimaschutzfonds». Dieses Kapital wächst seit der Gründung des Projekts stetig. 2008 lagen 5,2 Millionen Franken brach, 2009 waren es bereits 8,6 Millionen, nun beträgt das Vermögen 11,6 Millionen.

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«Viele Projekte in der Pipeline»

Myclimate-Sprecherin Kathrin Dellantonio sagt, es herrsche nicht ein eigentlicher Mangel an Projekten zur CO2-Kompen­sation. Vielmehr seien diese oftmals komplex und würden durch den aufwendigen Zerti­fizierungsprozess viel Zeit in Anspruch nehmen.

Jetzt seien aber «viele Projekte in der Pipeline», die in den nächsten Jahren realisiert werden könnten. Die Stiftung garantiere, dass das mit Geld kompensierte CO2-Volumen nach zwei Jahren mit Projekten umgesetzt sei. Steigert aber Myclimate die Einnahmen weiterhin stark, nimmt das bereits angehäufte Geld zwangsläufig ebenfalls weiter zu.

Die «CO2-Bilanz» von Myclimate seit 2005

Quelle: Thinkstock Kollektion
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