Das Val Lumnezia ist ein stilles Tal. Keine Eisenbahnlinie zerschneidet es, kein Durchgangsverkehr wälzt sich durch das Seitental der Surselva. Jahrhundertelang war das Sacktal, das ein Pass mit der Greina verbindet, sich selbst überlassen. Diese Weltabgeschiedenheit erweist sich heute als Reichtum. Das Lugnez, wie das Tal auf Deutsch ­heisst, konnte sich treu bleiben, seinen ursprünglichen Charakter bewahren. Im Gegensatz zum benachbarten Valsertal mit seiner Mineralwasserquelle und seiner Zumthor-Therme, zu der die Touristen in Massen strömen, ist das Lugnez eine schlummernde Schönheit geblieben.

Die bilderbuchhafte Berglandschaft bietet sich als Kulisse für urschweizerische Motive und heimatverbundenene Stoffe geradezu an. Nicht zufällig hat der Zürcher Regisseur Michael Steiner, bekannt durch die Verfilmung von «Sennen­tuntschi» und «Mein Name ist Eugen», seinen kitschig-schönen Werbespot für die Pro-Mon­tagna-Produkte hier im Lugnez gedreht, mit einheimischen Bauernkindern als Darsteller. Zweifellos: Als Sehnsuchtsort, als alpines Shangri-La für Stressgeplagte, eignet sich das Lugnez bestens.

Wer ins Tal gelangen will, muss eine enge, bewaldete Stelle passieren. Im Mittelalter riegelte eine Mauer das Lugnez vom Vorderrheintal ab. Das alte Tor von Porclas steht heute noch, ein denkmal­geschütztes Bauwerk und Symbol für den Freiheitswillen der Talbewohner. 1352 sollen die Lugnezerinnen bei Porclas einen Trupp der Grafen von Werdenberg in die Flucht geschlagen haben. «Frauentor» nennt man den Bau deshalb auch, im Gedenken an die wehrhaften Bäuerinnen, die ihre Heimat verteidigen halfen. Zum Dank liess man die Frauen seitdem in der Talkirche von Pleif auf der rechten Seite Platz nehmen. Eine fortschrittliche Geste in einer patriarchalen, katholisch geprägten Welt.

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Porclas ist für die Lugnezer auch das Tor zur Welt. Der Punkt markiert die Grenze zwischen der Kleinheit ihrer Heimat und der grossen Welt der Fremde. Wer nie über Porclas hinausgekommen ist, gilt im Tal als Hinterwäldler. Doch auch das Heimweh, sagen die Lugnezer, beginne in Porclas.

Während Jahrhunderten haben die Talbewohner über den Tellerrand hinausgeschaut, ihr Brot als Arbeiter und Söldner in der Ferne verdient. Um immer wieder heimzukehren, in ihr Tal, das ein Stück heile Welt vermittelt, das seine Kraft aus dem Abseitsstehen schöpft, aus der Besinnung auf sich selbst, überlieferte Werte und Traditionen.

Auch die Bergbauerntochter Pirmina Nay-Caminada zog es aus der Ferne, aus Zürich und London, wieder zurück in ihr Tal, zu ihren Wurzeln. «Es sind gute, starke Wurzeln», sagt sie. Die Kulturvermittlerin lebt im alten Pfarrhaus neben der Talkirche von Pleif, dem geographischen und kulturellen Mittelpunkt des Tals. Hier wurden in vorchristlicher Zeit religiöse Rituale zelebriert; Steinkreise und «Teufelssteine» zeugen heute noch davon. Für Pirmina Nay-Caminada ist es kein Zufall, dass sich die Urahnen gerade dieses Tal für ihre Kulte aussuchten.

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Nay-Caminada war schon als Kind vertraut mit der Welt der Pflanzen und Tiere und den Zyklen der Natur. Im Sommer sammelt sie Kräuter und Heilpflanzen, die sie nach alten, überlieferten Rezepten zu Salben, Essenzen und Tees verarbeitet. Im Herbst geht sie auf die Jagd, buckelt das Wild ins Tal und verarbeitet es zu Hirschwurst und Gamspfeffer; anderes Fleisch isst sie nicht. «Die Natur des Tals gibt uns alles, was wir brauchen. Wir müssen ihre Reichtümer nur wiederentdecken», sagt die Mutter zweier fast erwachsener Töchter. Ihr Wissen gibt sie in Kursen und auf Wanderungen weiter, «damit unsere Kultur weiterlebt».

So kleinräumig das Val Lumnezia ist, so lässt es doch Raum zum Atmen. Nach der Enge von Porclas wird die Landschaft mit einem Mal wohltuend weit, die Hänge verlieren an Steilheit, der Blick wandert über breite Geländeschultern und schneebedeckte Ebenen. Erst ganz hinten im Tal, wo die Gipfel des Piz Aul und des Piz Terri thronen, rücken die Felsen wieder eng zusammen.

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Seinen Namen verdankt das «Tal des Lichtes» allerdings nicht der Weite und dem Licht (von lateinisch «lumen»), wie die Touristiker gerne behaupten, sondern dem Volk der Lepontier, die das Tal in vorchristlicher Zeit von Süden her besiedelt hatten. Trotzdem: Die Zuschreibung «Tal des Lichtes» passt perfekt. Denn das Lugnez ist ein von der Sonne verwöhnter Landstrich. Die linke Talseite ist nach Süden ausgerichtet, ein waldloser Sonnenhang, auf dem die schwarz gebrannten Holzhäuser wie zum Trocknen ausgebreitet da stehen. Der Föhn sorgt für klare Sicht und milde Temperaturen, lässt den Schnee im Frühjahr zeitig schmelzen.

Das Tal ist nur dünn besiedelt. Die Natur spielt hier noch die Hauptrolle. Magerwiesen, Bachtobel und Waldränder bieten Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. In den Sommermonaten schaukelt der Apollofalter über die Bergflanken, im Mai blüht der Frühlingsenzian, später der Gelbe Enzian, die Weisse Paradieslilie oder der pantoffelförmige Frauenschuh. Das vergleichsweise milde Klima behagt seltenen Säugern wie der Kleinen Hufeisennase, einer winzigen Fledermausart, die nirgends in der Schweiz so verbreitet ist wie im unteren Lugnez.

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Mit der Bedeutung des Tals als Lebensraum vertraut ist auch der weltgewandte Gion A. Caminada. Den preisgekrönten Architekten, ETH-Professor und Träger des Bündner Kulturpreises 2011 zieht es immer wieder zurück in sein Tal, das er vor Bausünden bewahren will. Sein Heimatdorf Vrin versteckt sich zuhinterst im Tal, auf 1450 Metern Höhe, wo es nur noch zu Fuss weitergeht über den Greinapass in Richtung Süden. 250 Einwohner zählt Vrin, 1950 waren es noch fast doppelt so viele. Dem Dorf drohte der schleichende Tod durch Abwanderung.

Im Lugnez gibt es viele Formen des Wanderns: Schneeschuhwandern, Vollmond-Schneeschuhtour, oder auch kulinarische Wanderung über die Südhänge des Tals.

Quelle: Bruno Augsburger
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Doch Vrin hat sich den Herausforderungen der Moderne gestellt. Ende der siebziger Jahre taten sich die Bewohner zusammen, um ihr Dorf zu retten, seine architektonische Substanz zu schützen. Die Vriner diskutierten so lange, bis Lösungen gefunden waren. Sie legten Felder zusammen, teilten Ställe neu zu, nutzten Ge-bäude um. Die Bauern sollten im Dorf bleiben können. Die Gemeinde kaufte Bauland auf, um es den Einheimischen günstig zur Verfügung zu stellen und Spekulation zu verhindern. Ein ­visionäres Vorgehen. Gion A. Caminada sagt: «Vrin hat sich erneuert, aus eigener Kraft. Es strahlt von innen her­aus.»

Die Enge seiner Heimat sieht der Vriner als Chance. Der Mensch sei erst aus dem Überschaubaren heraus fähig, Verantwortung zu übernehmen. Gion A. Caminada spricht von Autonomie, Gemeinschaftssinn und Nachhaltigkeit. Werte, die in einer sich immer schneller verändernden Welt Halt geben sollen. «Der Mensch sucht nach Identität, nach Zugehörigkeit, nach Heimat.» Caminada spricht mit Leidenschaft. Er glüht. Sein Dorf, sein Tal liegen ihm am Herzen. Allüren sind dem Bergbauernsohn, der erst das Schreinerhandwerk lernte, fremd. Sein Gegenüber duzt er, wie es in dieser Gegend üblich ist. «Er ist eben einer von uns, der Gion Antoni», sagen die Lugnezer. Es ist das grösste Kompliment, das sie zu vergeben haben.

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Im Jahr 1998 wurde Vrin für seinen beispielhaften Ortsbildschutz mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Eine willkommene Möglichkeit für jeden Gemeindepräsidenten, sein Gebiet touris­tisch zu vermarkten. Nicht so für Silvio Caviezel. Statt in die Lobeshymne einzustimmen, kommentiert er die Veränderungen nur mit den Worten: «Es waren notwendige, aber bescheidene Eingriffe.» Grosse Worte sind den Vrinern ohnehin fremd, marketingorientiertes Denken und kurz­fris­tiges Gewinnstreben ebenso. Die Bergler setzen auf langfris­tiges, nachhaltiges Wirtschaften. Und sie bleiben konsequent: Wer heute im Dorf Bauland erwerben möchte, muss gewillt sein, mindestens 25 Jahre lang Hauptwohnsitz in der Gemeinde zu nehmen.

Ist Vrin tatsächlich ein Sonderfall, ein Modell gar für Nachhaltigkeit in den Alpen? Dem Architekten Caminada sind solche Idealisierungen zuwider. «Vrin ist keine perfekte Welt», sagt er. In dem Dorf ­entstünden wie in jeder Gemeinschaft Differenzen und Konflikte. «Auch bei uns versteckt sich hinter dem Bretterzaun Mist.» Doch einen anderen Weg gebe es nicht. Autonomie, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit – Caminada wiederholt sein Mantra. Es geht ihm immer ums Ganze, um Ganzheitlichkeit.

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Auch seine Bauten möchte er nicht als Einzelleistung verstanden wissen. Er habe gebaut, was die Vriner gebraucht hätten. Die neuen Stallungen der Ziegenalp, das Gemeindehaus, eine Mehrzweckhalle, die gleichzeitig auch die Festhalle des Dorfs ist, die landesweit einzige Telefon-kabine aus Holz, eine Metzgerei, Wohnhäuser und Landwirtschaftsgebäude: alles, was ein Dorf ausmacht, damit es funktioniert. Das Vieh wird hier geschlachtet, verarbeitet und von den Bauern oder vom Metzger weiterverkauft. Auch der Käse wird direkt vermarktet. In der Schreinerei verarbeiten ein Dutzend Leute heimisches Holz. Genutzt wird, was vor Ort ist. Auch das Material für Bauaufträge. «Das ist unser Grundgedanke», sagt Gemeindepräsident Silvio Caviezel.

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Quelle: Bruno Augsburger
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Auch Caminadas Werke sind aus heimischem Holz, teils im traditionellen Strickbau gefertigt, bei dem die Holzbalken übereinandergeschichtet und über die Ecken verschränkt werden. Seine Bauten, Beispiele modernster Architektur, fügen sich nahtlos ins historische Ortsbild. Nicht der Kontrast war das Ziel, vielmehr die Gleichzeitigkeit von Alt und Neu. So subtil ist das Neue, dass man den Eindruck hat, es sei schon immer da gewesen. Beim Gemeindehaus, dem ältesten Wohnhaus mit Baujahr 1736, deuten nur die hellen Holzfassaden darauf hin, dass der Stallteil durch ­einen Neubau ersetzt wurde. Doch auch diese Unterschiede werden mit der Zeit verwischen, die Sonne wird das frische Holz nachdunkeln.

Eines von Gion A. Caminadas Werken sticht in seiner Kühnheit heraus: die Totenstube. So etwas gab es im Dorf bislang nicht. In der «Stiva da morts» verabschieden die Vriner ihre Verstorbenen – wie früher bei der drei Tage dauernden Totenwache in der Bauernstube. Eine Tradition, die im Begriff war, sich aufzulösen. Caminada hat sie wiederbelebt. Die weiss gekalkte Totenstube hat Vrin endgültig zum Leuchten gebracht, weit über die Landesgrenzen hin­aus. Sie ist die Essenz von Gion A. Caminadas Arbeit, visio­när und gleichzeitig der Kultur des Ortes verpflichtet.

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Dass gerade Vrin zum Vorbild für Bergdörfer in aller Welt wurde, kann kaum Zufall sein. Die Vriner haben seit je einen besonderen Ruf. In jedem Vriner stecke ein Philosoph, behaupten die ­einen. Schroff seien sie, verschlossen und eigensinnig, sagen die anderen. Dickschädel eben. «Unsere Schädel sind schon besonders hart», sagt Silvio Caviezel. Er zeigt auf den Fries aus menschlichen Schädeln, der das Beinhaus neben der barocken Kirche ziert. «Die überdauern problemlos ein paar hundert Jahre.» Er grinst. Das jahrhunderte-lange Abseitsstehen hat einen besonderen Menschenschlag hervorgebracht.

Bis zum Bau der Talstrasse 1887 war das Dorf vom restlichen Lugnez regelrecht abgeschottet. Die Vriner Bergbauern hatten sich bis zur Erschliessung nach Süden orientiert, ihr Grauvieh über die ­Greina zu den Märkten im Tessin getrieben. Heute sind es Wanderer, die in Scharen über die Hochebene kommen, eine der letzten wilden, unberührten Gegenden der Schweiz. Doch den Touristen, die in Vrin einen Halt einlegen, wird sich das Wesen der Bergler nicht erschliessen. Wer hinter die Kulissen dieser Gemeinschaft blicken möchte, muss länger bleiben als einen Tag.

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Dass nun auch Architekturinteressierte aus aller Welt ins hinterste Lugnez pilgern, damit haben die Vriner nicht gerechnet. Doch die 250 Bergler werden auch in Zukunft unter sich bleiben. Im Dorf gibt es nur ein einziges, einfaches Hotel, und ein Ausbau des Angebots ist nicht geplant.

Anreise
Mit dem Zug von Chur nach Ilanz, von dort weiter mit dem Postauto ins Lugnez (stündliche Verbindungen).

Übernachtung

  • Einfach: Das «Péz Terri», das einzige Hotel in Vrin, ist gemütlich und günstig. Ausgangspunkt für Skitouren und Schneeschuhwanderungen im Winter oder für Wanderungen und Biketouren im Sommer. Einzelzimmer, Doppelzimmer (für 140 Franken inkl. Frühstück) und Lagerschlafplätze. Familie Tenz-Caminada, Tel. 081 931 12 55 

  • Herrschaftlich: Mitten in ­Lumbrein steht das Wahrzeichen des Dorfs: der denkmal­geschützte, mittelalterliche Wohnturm Chisti, 1970 von ­Peter Zumthor renoviert. Zu geniessen als Ferienwohnung mit viel Charme und sechs Betten. Im Winter kostet sie 130 Franken, im Sommer 110 Franken pro Tag. Familie Capaul, Tel. 081 633 12 01 oder 079 613 00 62

  • Bündnerisch: Wohnen wie anno dazumal mit dem Komfort von heute: Im frisch renovierten Hausteil der Familie Leo und Giuana Capaul in Lumbrein haben sieben Personen Platz (1200 Franken pro Woche im Winter, 800 Franken im Sommer). Doppelzimmer mit Frühstück für 115 Franken. Tel. 081 931 11 60

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Essen

  • Gediegen: In der Ustria Trutg in Vella werden Bündner Leckerbissen aufgetischt: Capuns «dalla tatta Barla» (in Mangold eingewickelter Spätzliteig mit Rohschinken oder Landjäger; auch Vegivariante), Maluns «dalla lumnezia» (Kartoffel­gericht mit Apfelmus und Bergkäse) und Pizokel (Spätzli mit Speck und Gemüsestreifen). Tel. 081 931 19 30

  • Bewährt: Das Hotel Péz Regina in Lumbrein ist eine gute Adresse für Spezialitäten wie Maluns, Capuns und Pizokel. Mit Sonnenterrasse. Tel. 081 931 11 72.

  • Originell: In der mit antiken Möbeln eingerichteten Jurte beim See (Seecafé ­Davos Munts) oberhalb Vattiz wird abends ein Feinschmecker­menü aufgetischt. Tags­über gibts Bündner Spezialitäten wie Gers­tensuppe mit hausgemachten Würsten oder Käsefondue mit Lumbreiner Käse. Warm eingepackt, kann man draussen im Liegestuhl Glühwein trinken und Sonne und Aussicht geniessen. Oder man wärmt sich in der ­Jurte auf; Schweden­ofen und Kerzenlicht sorgen für gemütliche Atmosphäre. Bis 9. April täglich ab 11 Uhr; abends Reservation erwünscht.

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Erlebnisse

  • Aktiv: Schlitteln, Schneeschuhtouren, Winterwanderwege – im Lugnez reicht das Angebot von der Vollmond-Schneeschuhtour über den Family-Schneeschuhparcours bis zur kulinarischen Wanderung über die Südhänge des Tals. Die Wintererlebniskarte mit allen Vorschlägen ist im Informa­tionsbüro vor Ort erhältlich: Val Lumnezia/Surselva Information, Casti de Mont, 7144 Vella, Tel. 081 931 18 58; www.surselva.info

  • Sprachlich: Romanisch lernen, zumindest die wichtigsten Brocken: Mit dem Kartenspiel «Pictolingua» gehts spielerisch.

  • Urig: Auf dem Vieh- und Warenmarkt in Ilanz werden Alpkäse und -kräuter, Eierlikör, Honig, Tee, Trockenfleisch, Handgestricktes und -gewobenes feilgeboten. Jeweils am ersten Mittwoch des Monats (ausser Juni/August) von 10 bis 17 Uhr im Stadtzentrum. Mitte Mai bis Oktober findet zudem jeden Samstagvormittag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr der Wochenmarkt statt.

  • Prächtig: Wer den riesigen Bergkristall, den zwei einheimische Strahler am Piz Regina gefunden haben, bewundern und die Geschichte dazu hören will, findet sich am Mittwoch um 17 Uhr beim Schulhaus in Lumbrein ein. Bis 4. April 2012; ­Anmeldung beim Informations­büro in Vella. ­Kosten: fünf Franken. Mineralien sind auch in der Gaststube des Hotels Péz Regina in Lumbrein zu bewundern.

  • Architektonisch: Die hölzerne Telefonzelle bei der Post in Vrin ist wohl die schönste der Schweiz. Entworfen hat sie der Architekt und gelernte Schreiner Gion A. Caminada. Die Swisscom wollte das Kleinod erst verbieten – heute wirbt sie damit. Man hat das Gefühl, von einer Kanzel zu sprechen, ist jedoch geschützt vor neugierigen Blicken. Wo sonst gibts beim Telefonieren noch so viel Privatsphäre?

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Mitbringsel

  • Süsse Versuchung: Einer Nuss­torte aus der Pasternaria-Conditoria ­Caminada in Vrin kann ­keiner widerstehen. Bäcker Dante Caminada, auch bekannt für sein knuspriges Brot, macht dabei alles selbst.

  • Biobergkäse von der Dorf­käserei in Lumbrein: Die Familie Albin verarbeitet die Biomilch der sieben Lumbreiner Bauern zu mildem bis rezentem Biokäse. Biofondue auf Bestellung. Cascharia, Lumbrein, Tel. 081 931 11 37

  • Bündner Likörspezialität:  ­Röteli aus Gewürzen und Kirschsaft – «der mit dem Steinbock» (von Kindschi, mit Bergquellwasser).

Lesestoff

  • Peter A. Dettling: «Vergessene Wildnis. Spurensuche in der Surselva»; Verlag Bücher aus Graubünden, 2010, 144 Seiten, 67 Franken. Bildband mit einzigartigen Naturaufnahmen – etwa vom Wolf, der 2006 in der Surselva herumstrich.

  • Robert Kruker und Reto Solèr: «Surselva. Täler und Übergänge am Vorderrhein. Wandern im Westen Graubündens»; Rotpunktverlag, 2011, 304 Seiten, Fr. 41.90. Praktischer Reiseführer mit Fotos, Routenskizzen und Serviceteil.

  • Duri Blumenthal u. a.: «Kulturführer Val Lumnezia und Vals»; Kulturstiftung Lugnez/Fundaziun da cultura Val Lumnezia, 2000, 268 Seiten, 28 Franken. Zu beziehen beim Verkehrsverein Val Lumnezia, Tel. 081 931 18 58. Das Buch vermittelt Hintergrundwissen über das Tal und seine Bewohner. Wer es gelesen hat, darf sich schon fast als Insider bezeichnen.

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Adressen und Links

  • Allgemeine Informationen rund ums Lugnez: Val Lumnezia/Surselva, Information, 7144 Vella; Tel. 081 931 18 58; www.vallumnezia.ch