Man sieht ihn vor sich: den schwarz gekleideten Einbrecher, Strumpfmaske über dem Gesicht, Glasschneider in der Hand. Er kommt mitten in der Nacht, steht plötzlich im Schlafzimmer.

In der Schweiz schlagen Einbrecher durchschnittlch 100-mal pro Tag zu. Alle 14 Minuten geschieht ein Einbruch. Die grosse Angst jedoch, der Dieb schleiche sich mitten in der Nacht ins Haus, wenn die ­Bewohner schlafen, ist meistens unbegründet.

Grundsätzlich möchten Diebe nicht gesehen werden, vor allem aber möchten sie keine Bewohner im Haus oder in der Wohnung antreffen. Die meisten Einbrüche geschehen tags­über Einbrecher Wer schiebt Dieben den Riegel? , wenn die Bewohner wahrscheinlich bei der ­Arbeit sind. Wenn im Herbst die Uhren auf Winterzeit gestellt werden, nutzen Diebe die Möglichkeit, nach Einbruch der Dämmerung, aber noch vor der Rückkehr der Bewohner, zuzuschlagen.

Wie wird eingebrochen?

Einbrecher suchen immer den einfachsten Weg, um in ein Haus oder in eine Wohnung zu gelangen. Einfache Werkzeuge wie ein Schraubenzieher oder ein Stemmeisen passen gut in die Jackentasche des Einbrechers. Oft brauchen die Diebe allerdings nicht einmal eine Tür aufzubrechen: Offen stehende Fenster und Balkontüren sind eine willkommene Einladung. Selbst geschlossene Fens­ter bieten keinen besonders guten Schutz: Die meis­ten ent­sprechen dem, was man im Fach­jargon «30-Sekunden-­Fenster» nennt: mit wenig Werkzeug in einer halben Minute zu knacken.

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Die kantonalen Polizeistellen bieten entweder kostenlose oder relativ günstige Beratung, wenn man ein Haus oder eine Wohnung mit einfachen Mitteln einbruchsicherer machen möchte (siehe Interview mit Rolf Mohn zur Realität bei Einbrechern Ängste Die wirkliche Einbrecher-Realität ). Ein Rundgang mit einem Profi kann einem die Augen öffnen. Ein Beispiel: Einbrecher meiden meist grosse Glasflächen, weil sie sich daran verletzen und verräterische Blutspuren zurücklassen könnten. Sie wählen deshalb oft die weniger grosse Glasfläche, die nach dem Einschlagen Zugriff auf einen Türgriff oder einen im Schloss steckenden Schlüssel erlaubt.

Allerdings greifen Einbrecher eher selten zu dieser Methode, um in eine Wohnung oder ein Haus zu gelangen: Glasbrüche machen entgegen den Befürchtungen vieler Leute nur einen geringen Teil der Fälle aus. Am häufigsten werden Fenster oder Türen mit Schraubenzieher, Stemmeisen oder Kuhfuss aufgehebelt. Oft drehen Einbrecher auch überstehende Zylinderschlösser ab oder schrauben billige Schliessbleche ab, um dann ebenfalls das Zylinderschloss abzudrehen.

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Worauf schauen Einbrecher bei ihren Zielen?

Die Schweiz ist ein beliebtes Ziel für Kriminaltouristen. Die Einbrecher sind oft in Gruppen organisiert, häufig sind auch Kinder und Jugendliche unter den Tätern. Nicht alle Häuser oder Wohnungen sind gleichermassen einbruchgefährdet. Im Folgenden die wichtigsten Faktoren für Einbrecher:

Lage: Gebiete in der Nähe eines Autobahn­anschlusses sind grundsätzlich gefährdet: Einbrecherbanden schätzen Autobahnkreuze, weil diese mehrere Fluchtwege bieten. Weniger beliebt sind Objekte ohne direkte Zufahrt, weil man das Diebesgut wegtragen muss. Auch Objekte in einer Sackgasse sind für Einbrecher heikel, weil ihnen eine einzelne Person – auch zufällig – den Fluchtweg abschneiden kann.

Abschreckende Vorkehrungen: Je mehr ­­und je bessere mechanische Sicherheitseinrichtungen Einbrecher Welche Massnahmen bieten Schutz? gut sichtbar vorhanden sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs. Findet sich ein weniger gut gesichertes Objekt in der unmittelbaren Nachbarschaft, kann es gut sein, dass die Einbrecher darauf ausweichen.

Sichtbarer Wohlstand: Eine Villa ist für einen Einbrecher lohnender als eine kleine Wohnung in einem günstigen Quartier. Allerdings verfügt die Villa meist über gute Einbruchsicherungen.

Chancen auf Bargeld: Je grössere Chancen auf Bargeld ein Einbrecher sich ausrechnet, ­des­to grösser ist die Einbruchsgefahr. Technische Geräte wie Fernseher werden heute viel seltener gestohlen als früher, weil es schwieriger ist, sie wieder loszuwerden und weil ihr Wiederverkaufswert stark abgenommen hat.

Sichtschutz: Dichte, hohe Hecken sind ein super Sichtschutz Bambus Als Sichtschutz beliebt, unter Nachbarn umstritten – auch für Einbrecher. Besonders praktisch ist die Kombination aus Hecke und Nachtbeleuchtung: Da können Einbrecher geschützt vor Nachbarsblicken, aber bei guter Sicht, ans Werk gehen. Steht zudem im Garten ein kleiner, nicht abgeschlossener Schopf mit Leiter und Hacke, freuen sie sich umso mehr.

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Einstieg durch die Balkontür

Die Statistik zeigt eine ganze Reihe von weiteren Befunden, die nicht dem Klischee entsprechen: Nicht Einfamilienhäuser sind besonders gefährdet, im privaten Bereich wird häufiger in Mehrfamilienhäuser eingebrochen. In Mehrfamilienhäusern werden auch nicht zwingend die Parterrewohnungen am meisten heimgesucht, sondern auch diejenigen in den mittleren Stockwerken, weil sie den Einbrechern zwei Fluchtwege offen lassen. Wohnungen im obersten Stock sind dann besonders gefährdet, wenn klar ersichtlich ist, dass die Bewohner in den Ferien sind und die Diebe sicher ungestört bleiben. In Einfamilienhäuser dringen die Einbrecher am häufigsten durch Fens­ter oder Balkontüren ein.

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Das isch Strub – Wie schütze ich mich vor Einbrechern?

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Christian Gmür, Content Manager Ratgeber

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