Ein leise säuselndes Feuer in der guten Stube ist für viele das höchste der Wohngefühle. Doch letztlich verbirgt sich hinter jeder Feuerromantik bloss eine nüchterne chemische Reaktion: Brennstoff verbindet sich mit Sauerstoff und gibt dabei Energie in Form von Wärme und Licht ab. Am saubersten und effizientesten läuft die Verbrennung, wenn das Feuer so richtig heiss ist und reichlich Brennstoff und Sauerstoff zur Verfügung stehen. Mottet und qualmt es stattdessen, gelangen unerwünschte Stoffe in die Luft – wie Kohlenmonoxid und Feinstaub.

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Der Einfluss von Cheminées und kleinen Holzfeuerungen auf die Lufthygiene ist erheblich. Darauf deutet nur schon deren Verbreitung hin: Allein im Kanton Zürich kommen auf rund 130'000 Öl- und Gasfeuerungen etwa 80'000 Cheminées und Schwedenöfen. Holz als Roh- und Brennstoff einheimischer Herkunft ist zwar grundsätzlich nachhaltig, doch bleibt es eine Tatsache, dass ein guter Teil des Feinstaubs im Winter auf Holzfeuerungen zurückzuführen ist – nämlich etwa acht Prozent.

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Am besten: Cheminée mit Gas betreiben

Während grössere, moderne und automatisch betriebene Feuerungen viel weniger Schadstoffe an die Umwelt abgeben, gibt es bei Cheminées und kleinen Holzfeuerungen immer noch ein beträchtliches Verbesserungspotential. Nach Schätzungen von Hansjörg Sommer, Leiter Lufthygiene im Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich, liesse sich die Luftbelastung mit richtigem Anfeuern sowie modernisierten Anlagen um den Faktor vier bis fünf verringern. Noch besser für die Luft ist freilich Gas – der mit Abstand unbedenklichste Brennstoff für Cheminées. In der Schweiz sind nur Anlagen zugelassen, die eine entsprechende Baumusterprüfung bestanden haben. Damit gelten sie im Sinne der gesetzlichen Vorgaben als sicher – vorausgesetzt, sie werden fachgerecht installiert und richtig betrieben. Siegfried Baumgartner vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfachs sagt dazu: «Wenn Gasfeuerungen falsch installiert sind oder falsch verwendet werden, sind im schlimmsten Fall Kohlenmonoxidvergiftungen, Brände oder bei undichten Installationen sogar Explosionen denkbar.» Je nach den konkreten Umständen sind die Gas-Cheminées deshalb mit Sicherungen ausgestattet; diese schalten das Gerät automatisch ab, wenn bei einem Stau im Kamin Abgase in den Raum austreten sollten oder wenn aus irgendeinem Grund die Flamme erlischt.

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Da müssen Fachleute ran

Die Planung einer solchen Anlage kann nur ein gut geschulter Fachmann vornehmen. Zudem braucht es bei einem Neubau, bei einem Austausch oder bei Anpassungen am Gas-Cheminée zwingend eine Abnahme durch Spezialisten – in der Regel sind das die Brandschutzbehörde und die Gasversorgung. Anschliessend liegt es aber in der Verantwortung des Betreibers, die Anlage in sauberem und betriebssicherem Zustand zu halten. «Dazu gehört die regelmässige Wartung durch ein Fachunternehmen», erklärt Experte Baumgartner. Bei Gas-Cheminées sind diese Sicherheitsmassnahmen besonders wichtig, eben weil die Verbrennung so sauber ist: Die entstehenden Abgase sind farb- und geruchlos. Wenn also wegen eines Rückstaus Abgase in die gute Stube austreten, müssen das die eingebauten Sicherheitseinrichtungen zuverlässig erkennen und das Gerät sofort ausschalten. Beruhigend ist: Unverbranntes Gas wäre am typischen Geruch sofort erkennbar.

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Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

Brennmaterial

Falsch: Ungeeignet und verboten ist das Verbrennen von Abfällen jeder Art wie Papier (ausser in kleiner Menge zum Anfeuern), Karton, Kunststoffen, Tetrapackungen, Kisten, Alt- und Restholz von Möbeln und Türen. Spanplatten und bemaltes Holz setzen bei Verbrennung, aber auch als Asche giftige Stoffe frei – ebenfalls verboten. Die illegale Abfall­entsorgung schadet aber nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Cheminée oder Ofen (mehr Korrosion, höhere Reparatur- und Wartungskosten). Richtig: Nur naturbelassenes, trockenes und gespaltenes Holz verwenden (Scheite, Abschnitte aus Sägereien). Wichtig: Frisches Holz aus dem Wald braucht zwei Jahre Trocknungszeit. Trocken, vor der Witterung geschützt unter Dach lagern, aber nicht im Keller.

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Anfeuern

Falsch: Einfach Holz auftürmen, Zeitungspapier hinzufügen und anzünden. Wer so ans Werk geht, wird feststellen müssen, dass der Winterabend ungemütlich anfängt – nämlich mit Rauch und Gestank. Richtig: Das Holz von oben in Brand setzen. Statt Zeitungspapier am besten trockenes Tannenholz oder etwas Holzwolle zum Anfeuern verwenden. Wichtig: Das Material zum Anfeuern und das Brennholz muss vollständig trocken sein. Wer kalte oder feuchte Holzscheite in Brand setzt, schadet sich und der Umwelt. Bereits beim Anfeuern muss reichlich Sauerstoff zugeführt werden. Wenn mans richtig macht, entstehen deutlich weniger Rauch und damit auch weniger Schadstoffe wie etwa Feinstaub.

Betrieb

Falsch: Das Feuer erkalten und fast ausgehen zu lassen, um ihm dann im letzten Moment wieder mit kaltem Holz neue Nahrung zu geben. Richtig: Regelmässig Holz nachlegen, ohne aber den Brennraum zu überfüllen – sonst droht das Feuer zu ersticken. Die regelmässige Zufuhr von Sauerstoff muss sein – sichtbar daran, dass es immer Glut gibt. Holzfeuerungen können nur schadstoffarm betrieben werden, wenn im Ofen dauernd hohe Temperaturen herrschen.

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Wartung

Falsch: Ofen oder Cheminée nur säubern, wenn sie nicht mehr ziehen. Richtig: Regelmässig die Asche vollständig ausräumen, auch vom Rost – das sorgt für genügend Luftzug. Asche von ausschliesslich naturbelassenem Holz kann in kleinen Mengen zur Düngung im Garten verwendet werden – pro 100 Quadratmeter Fläche aber höchstens 30 Liter jährlich. Der Rest gehört in den Kehricht. Wichtig: Regelmässig den Kaminfeger bestellen – bei häufigem Feuern einmal im Jahr, sonst sicher alle zwei Jahre.