Niederhasli ZH | 3. Gürtel der Agglomeration Zürich | Einwohner: 7733 | Bevölkerungswachstum seit 1990: +33,4 Prozent | Ausländeranteil: 21 Prozent | Baulandpreis für ein Einfamilienhaus: 780 Franken pro Quadratmeter

04-06-schmidt.jpgAls Uwe Schmidt mit seiner Frau Petra 1994 «zufällig» nach Niederhasli zog, war sein erster prägender Eindruck das Warendepot des Migros-Ladens: «Die liessen nachts Blumenerde und Campingmöbel unbewacht draussen stehen, ohne dass etwas passierte.» Da merkte Schmidt, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, dass er sein Zuhause gefunden hatte. Der 49-jährige Techniker arbeitet in Zürich und wollte «raus aus der Stadt», um in der Freizeit «richtig abschalten» zu können. In Niederhasli fanden er und Petra, 40, die passende Wohnung: eine Fünfeinhalbzimmer-Maisonnette. Und dank den Wäldern, Wiesen und dem Haslisee den nötigen Auslauf für das Familientier: einen Windhund. Petra Schmidt schätzt die relativ ruhige Lage, die gute Infrastruktur und die Nähe zu Zürich.

Doch etwas anderes macht Schmidts allmählich Sorgen: Das Dorf wird anonymer. Die Bevölkerung Niederhaslis wuchs seit 1990 um einen Drittel, viele Neuzuzüger kennt man kaum. Schmidts hingegen sind mit ihren Kindern Jennifer, 11, und Oliver, 4, im Elternverein aktiv; als dessen Präsident schaut Uwe Schmidt, dass im Dorf eine Fasnacht, ein Tanzfest oder ein Flohmarkt stattfinden können. Für andere, die am Gemeindeleben kaum teilnehmen, droht Niederhasli aber «zum Schlafdorf zu werden», sagt Gemeindepräsident Hansruedi Hug. «Die meisten gehen morgens weg und kommen abends heim; sonst wollen sie ihre Ruhe», meint Petra Schmidt. Die Familie will im Dorf bleiben; sie möchte dort eines Tages ein Eigenheim kaufen.

Schmidts haben zwei Autos, nehmen aber für Museums- oder Kinobesuche in Zürich die S-Bahn. Diese fährt stündlich; 2007 soll der Halbstundentakt kommen. Und der Ort wird noch weiter wachsen – vorgesehen sind etwa 9'500 Einwohner.

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