
Veröffentlicht am 26. September 2026 - 05:00 Uhr

«Ist doch schön, wenn alles eine Geschichte hat»: Janine Umiker, Bauteiljägerin.
Wenn ich unterwegs bin, achte ich immer auf ausgesteckte Ersatzneubauten. Auch Baugenehmigungen gehören zur Pflichtlektüre. Das meiste Material aber finde ich über mein Beziehungsnetz, das ich in den zweieinhalb Jahren bei Zirkular aufgebaut habe. Wir sind ein Fachplanungsbüro in Zürich und Basel und begleiten grosse Bauprojekte von Gemeinden oder Genossenschaften, bei denen Bauteile wiederverwendet werden. Das sogenannte Re-Use-Bauen spart die graue Energie, die bei der Herstellung anfällt, und geht noch viel weiter als Recycling. Wieso Stahl einschmelzen, wenn man ihn direkt wieder verwenden kann? Oder Beton zermalmen, wenn er sich auch in Platten schneiden und neu zusammensetzen lässt?
Nach meinem Architekturstudium habe ich in einem Architekturbüro gearbeitet. Das Thema Nachhaltigkeit kam mir dabei aber zu kurz. Als Bauteiljägerin ist das anders. Meistens suche ich die Bauteile gezielt für ein Projekt, das wir von Beginn an begleiten. Dabei gehen Planung und Suche Hand in Hand, und oft braucht es viel Fantasie: Autobahn-Leitplanken werden zu Fassaden oder Fahrleitungsmasten zu Balkonstützen.