Die Frau am Telefon klingt verzweifelt. «Als ich die Kündigung bekam, bin ich krank geworden. Nun sagt mein Chef, ich müsse die Krankheitstage später abarbeiten . Aber ich kann unmöglich an diesen Arbeitsplatz zurückkehren!» Die Anruferin - nennen wir sie Sara Lüthi – fühlt sich schon seit einiger Zeit vom neuen Chef schikaniert. «Er wollte mich von Anfang an weghaben», erzählt die Exportsachbearbeiterin. Nach der Kündigung schrieb der Hausarzt sie krank. Und nun das: Durch die Arbeitsunfähigkeit während der Kündigungsfrist verlängert sich das Arbeitsverhältnis – womöglich um mehrere Monate (siehe: «Kündigungsschutz bei Arbeitsunfähigkeit»). «Was kann ich tun, um so rasch wie möglich von diesem Job wegzukommen?», will Sara Lüthi vom Beobachter-Beratungszentrum wissen.

Auch Sebastian Engeler (Name geändert) würde seinen Job lieber heute als morgen verlassen. Enormer Leistungsdruck und Intrigen schlagen ihm auf die Gesundheit. Eine andere Stelle hat er jedoch bisher nicht gefunden. Einfach so zu kündigen, das traut sich der Familienvater nicht zu. Zu Recht befürchtet er Sanktionen durch die Arbeitslosenversicherung – es drohen Einstelltage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit. Einstelltage Selbstverschuldet entlassen?