Mountainbike oder Renner? Wer ins Gelände will, benötigt breite Pneus und Federung. Bild: Thinkstock Kollektion

VeloausrüstungGut ausgerüstet ist halb geradelt

Der Wind kommt immer von vorn. Doch mit dem richtigen Bike und dem richtigen Zubehör bläst er Velofahrern etwas weniger heftig ins Gesicht.

von Susanne Loackeraktualisiert am June 13, 2017

Welches Velo brauche ich? Welchen Sattel, welchen Helm? Sind Klick­pedale unentbehrlich? Das Wichtigste ist, dass man genau weiss, wofür man das Velo braucht: Eines kaufen, das nur gefällt, ist auf jeden Fall falsch.

Anzeige

Velo

Mountainbike oder Renner? Wer ins Gelände will, benötigt breite Pneus und Federung. In der Stadt, wo selten grosse Steigungen zu bewältigen sind, ist man mit Renner oder Citybike gut bedient. Sollen die Kinder im Anhänger mitfahren, ist ein stabiles Trekkingrad ideal.

Für lange Strecken, aber weniger gebeugte Sitzhaltung sind Comfort-Renner bestens; so kann man auch die Landschaft geniessen. Durchschnittsräder sind heute aus Alu gefertigt, leichtere (und teurere) Modelle aus Karbon. Achtung: Die Rahmengrösse muss nicht in erster Linie zur Körpergrösse, sondern zur Beinlänge passen. Und Grössenangaben variieren von Hersteller zu Hersteller. Wer ein Velo bei Ricardo oder Ebay ersteigert, sollte sich deshalb besonders gut informieren.

Beleuchtung

Lampe und Reflektoren sind Pflicht. Die guten alten Dynamos werden immer mehr durch Modelle mit Batterie oder Akku ersetzt. Das Gesetz verlangt, dass das Licht aus 100 Metern Entfernung gesehen wird. Gut ist ein breiter Licht­kegel, damit das Velo nicht nur frontal, sondern auch von der Seite sichtbar ist. Nicht erlaubt sind übrigens blinkende Lichter.

Helm

Den braucht es einfach. Es muss aber nicht immer die Top-Schale sein – die Mittel­klasse tut es meist auch. Notieren Sie sich das Kaufdatum und ersetzen Sie den Helm spätestens nach vier Jahren. Dass man den Helm prinzipiell ersetzen muss, wenn er einmal auf den Boden gefallen ist, stimmt in dieser Absolutheit nicht. Aber auch Helme haben so etwas wie eine Lebensdauer.

Sattel

Ein Sattel ist wie ein Paar Schuhe: Er muss passen. Einige Velofirmen bieten eine Po-Anpassung an: Man setzt sich auf ein Polster – und der Abdruck verrät dem Fachmann, wie breit der Sattel sein muss, damit das Gewicht auf den Knochen und nicht auf dem Damm lastet. Und: Vorsicht vor zu weichen Sätteln – nach gut einer halben Stunde stellt sich oft ein ziehender Schmerz ein.

Schloss

Das Rahmenschloss, der gute alte «Riegel» im Hinterrad, genügt schon lange nicht mehr. Empfehlenswert sind Kabelschlösser, noch besser aber sind massive (Falt-)Bügelschlösser. Im Internet finden sich seriöse Schlösser-Tests. Ein gutes Schloss lohnt sich auf alle Fälle, selbst wenn das Velo schon älter ist. Man erspart sich viel Ärger.

Guider Logo

Mehr zu Velo und Verkehrsregeln bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wie bei den Vierrädern gelten auch für Zweiräder gewisse Regeln. Erfahren Sie als Guider-Mitglied, welche speziellen Verkehrsregeln Velofahrer beachten sollten, wie Sie und Ihre Kinder mit dem Drahtesel am sichersten unterwegs sind und ob auf dem Velo eine Helmpflicht gilt.

Pumpe

Am praktischsten und bequemsten sind stabile Standpumpen. Sie haben allerdings den Nachteil, dass man sie auf Touren schlecht mitnehmen kann. Dafür benötigt man eine portable Minipumpe, die aber oft recht umständlich im Gebrauch ist.

Velokorb

Das Velokörbli ist zwar eine eher archaische Konstruktion, aber extrem beliebt und praktisch. Es kann mit Kabelbindern fix am Gepäckträger montiert werden. Wer es abnehmbar möchte, entscheidet sich für ein entsprechendes Fixierungssystem.

Lenkertasche

Gute Modelle sind wasserabweisend (und besser verschweisst als vernäht). Sie verfügen über eine durchsichtige Schutzhülle fürs Kartenmaterial. Sinnvoll sind Modelle, die sich per Klickverschluss ans Velo montieren lassen.

Velotaschen

Für mehrtägige Touren bieten sich spe­zielle Velotaschen an. Unbedingt darauf achten, dass sie leicht abnehmbar und vor allem wasserdicht sind – sonst kann es beim nächsten Kleiderwechsel recht unangenehm werden.

GPS fürs Velo

Misst Distanz, Geschwindigkeit und dient zur Orientierung. Ausserdem kann man die neue Generation kleiner Geräte auch zum Wandern oder Joggen verwenden. Manche zeigen Puls, Höhe und Temperatur an. Die Preise unterscheiden sich nach Anzahl der Features. Wer weiss, welche Infos ihm wichtig sind, kann viel sparen.

Halterung fürs Handy

Eigentlich gehört das Smartphone in die Tasche. Wer es aber unbedingt braucht oder als Navi verwenden will, kauft sich einen speziellen Lenkerhalter.

Kleidung

Auch das tollste Velo macht keinen Spass, wenn schon nach einer Stunde der Allerwerteste schmerzt. Gepolsterte Velohosen helfen hier. Auch Veloschuhe mit stabiler Sohle lohnen sich; die Kraftübertragung auf die Pedale ist spürbar besser. Klickpedale eignen sich nur für (Halb-)Profis: Das Argument, dass man damit nicht nur stos­sen, sondern auch ziehen kann, gilt nur für Fahrer, die diese Trettechnik beherrschen.

Handschuhe

Sie schützen die Hände vor Sonne, Blasen und bei Stürzen vor Schürfungen. Als Ersatz wickelt man einfach ein Griffband für Tennis-Rackets um die Velogriffe. So wird immerhin der Schweiss aufgesaugt.

Brille

Wem einmal ein Maikäfer aufs Auge gedonnert ist, der fährt nur noch mit Brille. Getönte Gläser sorgen für Sonnenschutz. Das ist wichtig, weil Augen 20-mal sensi­bler auf UV-Strahlung reagieren als die Haut. Achtung: Wer einem Fluss oder See entlangradelt, braucht noch besseren Schutz, weil Wasser die Strahlung spiegelt.