Skiferien sind teuer. Allein schon ein Paar Skier kostet rasch einmal so viel wie eine einwöchige Nil-Kreuzfahrt mit Vollpension. Skier, Schuhe, Stöcke, Helm, Bekleidung – solche Investitionen für die ganze Familie lohnen sich nur dann, wenn man sicher weiss, dass man auch nächsten und übernächsten Winter wieder in die Berge in die Ferien möchte.

Für Gelegenheitsfahrer kann es sich lohnen, sich keine eigenen Skier zu kaufen, sondern sie bei Bedarf zu mieten. Man geht davon aus, dass rund ein Drittel der Schweizer mit gemieteten Skiern unterwegs ist. Bei Kindern und Gästen aus dem Ausland ist der Anteil noch höher.

Wer mietet, hat mehr Abwechslung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Skier zu mieten: tageweise oder für die ganze Saison. Einheimische Kunden und Eltern nutzen eher die Gelegenheit, gleich für den ganzen Winter zu mieten. Feriengäste frequentieren vor allem die Geschäfte vor Ort und holen sich ein Paar Skier für einen Tag oder für die Dauer ihres Aufenthalts. So oder so haben die Kundinnen und Kunden jederzeit ein mehr oder minder aktuelles Skimodell unter den Füs­sen – in der Regel sind auch günstige Mietskier nicht älter als zwei Saisons.

Aus­serdem muss man sich nicht fest­legen: Wer mietet, kann einen Tag carven, am nächsten langlaufen und dann noch ein paar Tage snowboarden. Nur wirkliche Fans, die jedes freie Winterwochenende im Schnee verbringen, würden sich alle diese Geräte inklusive der entsprechenden ­Accessoires zulegen.

Vor dem Kauf sollte man jedoch die eigenen Bedürfnisse abklären und eine ehrliche Rechnung machen: Ein Einsteigermodell kostet rund 500 bis 600 Franken, ein Ski der Premiumklasse 1000 bis 1500. Für Fans gibt es auch Skier im fünfstelligen Preisbereich. Ein Paar Skier hält bei durchschnittlicher Nutzung fünf bis sechs Jahre. Das heisst: Wer jedes Jahr eine Woche Skiferien macht und dazu noch zwei, drei Wochenenden in den Bergen verbringt, kommt besser weg, wenn er sich eigene Skier kauft.

Das ist vermutlich sogar vorsichtig formuliert: Die tieferen Kosten einer einzelnen Miete und der Vorteil, dass die Ausrüstung nicht in die Berge geschleppt werden muss, verleiten wohl manchen Sportler dazu, nicht genau nachzurechnen. Das Mietbusiness ist eine lukrative Sache für die Anbieter. Den Skifahrer hingegen kann vor allem die Warterei im Sportgeschäft nerven, besonders wenn draus­sen schon die Sonne scheint und einem der Vorgänger noch dazu das favorisierte Paar Skier vor der Nase wegschnappt.

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Praktisches Tauschgeschäft mit Kinderskiern

Ziemlich klar ist die Sache jedoch bei Kindern im Wachstum: Hier können Eltern viel Geld sparen, wenn sie mieten. Auch das Kinderski-Tauschprogramm bei Och Sport boomt: Für Kinder von drei bis zwölf kostet es 239 Franken in der ersten Saison und je 30 Franken in den folgenden vier, um das gebrauchte Paar Skier in ein grösseres Modell zu tauschen.

Bei Helm und Schuhen wird aber auf jeden Fall zum Kauf geraten: Bei den Schuhen wegen der perfekten Passform und beim Helm wegen der Sicherheit: Erwischt man einen Miethelm, den jemand fallen gelassen hat, schützt er unter Umständen nicht mehr optimal. Abgesehen von der Sicherheit ekeln sich viele Leute vor fremd­benutzten Schuhen und Helmen.

Gestrige Modelle auf Schnee von heute

Wer lieber eigenes Material möchte, aber über ein begrenztes Budget verfügt, nutzt am besten die Ausverkaufszeiten der Fachgeschäfte. Ende Januar, wenn die Saison zu Ende geht, und im Frühherbst, bevor die neusten Modelle in die Regale kommen, werden Vorjahres- oder auch Testmodelle zu massiv reduzierten Preisen angeboten. Man fährt dann zwar mit dem Design der letzten Saison, aber vermutlich mit praktisch identischer Technik: Die Skibranche erfindet das Rad nicht jedes Jahr neu, auch wenn die Werbung das gern so darstellt.

Was die Miete in etwa kostet

  • Skier, Erwachsene: 19 bis 70 Franken für einen Tag*; Kinder/Jugendliche: 7 bis 20 Franken für einen Tag*; Stöcke sind meist inbegriffen.

  • Snowboard für einen Tag*: Erwachsene: 24 bis 50 Franken; Kinder: 12 bis 23 Franken

*Mit jedem weiteren Tag Miete sinkt der ­Tagesdurchschnitt.

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