Der kürzeste Weg ist nicht unbedingt der beste

Der Schulweg muss primär sicher sein, auch wenn er ein paar Minuten länger dauert. Laufen Sie den Weg gemeinsam mit dem Kind ab und fragen Sie, was es bei Übergängen oder schwierigen Stellen sieht. So merken Sie, ob der Weg auch mit der Körpergrösse und dem kleineren Sichtfeld eines Kindes sicher ist.

Rechnen Sie genügend Zeit ein

Kinder brauchen für die gleiche Strecke wesentlich länger als Erwachsene. Ein Schulweg von einem Kilometer Länge kann deshalb auch einmal eine halbe Stunde dauern. Rechnen Sie deshalb für den Schulweg genügend Zeit ein. 

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Gehen Sie zu Fuss

Der Schulweg ist auch ein Erlebnisweg – im Auto hingegen lernen Kinder nichts. Vermeiden Sie Elterntaxis und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind den Schulweg zu Fuss absolvieren kann.

Begleiten Sie Ihr Kind

Kinder können Gefahren im Strassenverkehr aufgrund ihrer kognitiven Entwicklung nicht richtig einschätzen. Begleiten Sie es deshalb und üben Sie den Schulweg ein, bis das Kind sicher unterwegs ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind

Kinder müssen ihren Schulweg einüben und lernen, Gefahren zu erkennen. Am besten besichtigen Sie die Strecke schon vor dem Schulanfang gemeinsam. Fragen Sie Ihr Kind, welche Gefahren es wahrnimmt, und zeigen Sie ihm, worauf es sonst noch achten muss.

Vernetzen Sie sich

Auch andere Eltern bringen ihre Kinder zur Schule – spannen Sie zusammen! So müssen Sie den Schulweg nicht täglich absolvieren, sondern begleiten nur einige Male pro Woche eine Kindergruppe zur Schule. Bei gefährlichen Schulwegen können Sie auch einen Pedibus organisieren, wo Kinder gemeinsam und unter Aufsicht zur Schule gehen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie unter www.pedibus.ch.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind gut sichtbar ist

Besonders in der dunklen Jahreszeit muss Ihr Kind auf dem Schulweg gut sichtbar sein. Reflektierende Kleider und Schulrucksäcke sorgen dafür, dass Automobilistinnen und -mobilisten Kinder frühzeitig erkennen.

Aktiv werden bei gefährlichen Stellen*

Für die Sicherheit auf Schulwegen sind grundsätzlich die Gemeinden zuständig. Es steht also jedermann frei, von den Behörden mit einer Anfrage oder Motion eine Schulwegüberprüfung einzufordern.

So gehen Sie vor:

  1. Suchen Sie Gleichgesinnte: Eine Anfrage hat mehr Gewicht, wenn statt einer Einzelperson ein ganzes Komitee das Anliegen unterstützt.
  2. Ziele formulieren: Klären Sie innerhalb des Komitees, was Sie genau erreichen wollen. Prüfen Sie dann machbare Massnahmen. Diese können Sie später in Ihrer Anfrage oder Motion gegenüber der Gemeinde als mögliche Lösungsvorschläge nennen.
  3. Gefahren dokumentieren: Tragen Sie möglichst viele Fakten zusammen, die zeigen, warum eine Stelle gefährlich ist. Es kann auch hilfreich sein, mit den Kindern den Weg abzulaufen und sie die Gefahrenstelle aus ihrer Perspektive fotografieren zu lassen.
  4. Gespräch mit der Gemeinde suchen: Fallen Sie nicht mit einer fixfertigen Initiative mit der Tür ins Gemeindehaus, sondern klären Sie in einem ersten Gespräch mit den Behörden, wer für das Anliegen zuständig ist. Formulieren Sie Ihr Ziel klar, und lassen Sie sich nicht abwimmeln.
  5. Anfrage/Motion lancieren: Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) empfiehlt, mit einer Online-Petition (zum Beispiel über www.openpetition.eu) oder mit einem Mustervorstoss bei der Gemeinde eine Eingabe zu machen. Sie können das Schreiben anhand unseres Musterbriefs aufsetzen (siehe Infobox unten Selbst aktiv werden).
  6. Frist setzen: Setzen Sie der Behörde eine angemessene Frist, um Stellung zu nehmen. Nimmt die Behörde den Antrag an, so ist sie verpflichtet, die Massnahmen innert einer gewissen Frist umzusetzen.

Falls alles nichts hilft: Machen Sie öffentlich (zum Beispiel über Lokalmedien) auf die Situation aufmerksam.

* Quelle: VCS

Das Beobachter-Beratungszentrum unterstützt Sie!

Mit einem Beobachter-Abo stehen Sie auf der sicheren Seite: Unsere Expertinnen und Experten im Fachbereich Schule und Strassenverkehr beraten Sie gerne, wenn es um rechtliche Fragen geht. Unter der Telefonnummer 058 510 73 78 erhalten Abonenntinnen und Abonnenten kostenlose Beratung.

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Selbst aktiv werden

Wenn Sie selbst für sichere Schulwege aktiv werden wollen, können Sie das gleich jetzt tun, in dem Sie unseren Musterbrief herunterladen und versenden.

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Thomas Angeli, Redaktor
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