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SexualkundeunterrichtSchutz vor Sexualisierung?

Anfang Woche wurde eine eidgenössische Volksinitiative lanciert, die zum Schutz der Kinder den Aufklärungsunterricht an Schweizer Schulen neu regeln will. Doch lohnt sich die Aufregung überhaupt?

Von aktualisiert am 18. April 2012

«Ja zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» – unter diesem Titel wurde Anfang Woche eine eidgenössische Volksinitiative lanciert. Hinter dem Initiativkomitee stehen verschiedene rechts-konservative Politiker sowie das Basler Elternkomitee, das bereits letztes Jahr eine Petition mit über 90'000 Unterschriften zusammentrug und damit eine grosse und emotionale Debatte zum Aufklärungsunterricht an Schweizer Schulen anstiess.

Die Initianten der eidgenössischen Initiative wollen Sexualkundeunterricht für Kinder unter neun Jahren verbieten und obligatorischen Aufklärungsunterricht erst ab der Mittelstufe zulassen. Dieser soll sich zudem auf die biologischen Aspekte der menschlichen Fortpflanzung und Entwicklung beschränken.

Sie befürchten, dass frühe Aufklärung zu einer Sexualisierung der Kinder führe, dies indem Unterrichtsmaterialien «mit pornografischem Inhalt» bereitgestellt würden. Davor gelte es die Kinder zu schützen.

Die Faktenlage und der schulische Alltag zeigen allerdings ein ganz anderes Bild. Der Beobachter hat Anfang Jahr zwei Sexualpädagogen bei der Arbeit mit einer Mittelstufenklasse begleitet und die gängigsten Gerüchte und Halbwahrheiten mit Fakten konfrontiert. Lesen Sie dazu den Artikel
«Wääh, gruusig!»

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1 Kommentar

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Lars Habermann
Die Initiative baut auf irrtümlichen Annahmen auf und wird Geld und Mühe der Initianten verschwenden. Es handelt sich beim Aufklärungsunterricht nicht um Kunde "in Sexualität", sondern lediglich "über Sexualität". Das ist ein wesentlicher Unterschied. Bei letzterem bleiben die verfassungsmässigen Rechte der Eltern vollumfänglich gewahrt. Die gleiche Lösung existiert bereits beim Religionsunterricht. Dort wird auch nur über und nicht in Religionen unterrichtet. Sollte diese klare Unterscheidung jetzt auf einmal nicht mehr überzeugen, muss man konsequenterweise den Unterricht über Religionen aus dem Lehrplan streichen. Alles andere wäre ein (weiteres?) Zeichen dafür, dass sich insbesondere religiöse Kreise mit ihrer Gruppenethik über Logik und Vernunft hinwegzusetzen vers...

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