Ugo Maurizio findet keine Ruhe. Die acht Toten des Bergsturzes von Bondo im bündnerischen Bergell beschäftigen ihn auch vier Jahre danach. «Es ist wichtig, dass die ganze Wahrheit herauskommt, auch wenn ich vielleicht mitschuldig bin», sagt der 73-Jährige. Er gehörte dem Bergeller Gemeindevorstand an, als sich am 23. August 2017 gewaltige Felsmassen am Piz Cengalo lösten. «Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht insistiert habe, den Wanderweg zu verlegen», sagt er. 

Die Berggänger wurden unter mehr als zehn Meter Fels und Geröll begraben. Sie befanden sich auf dem Wanderweg, der durch das Bondasca-Tal hinauf zur SAC-Hütte Sciora führte. Die Behörden wussten, wie gross die Gefahr war. Sie wollten den Weg eigentlich verlegen.