Prisca und Michael Sieber erinnern sich noch genau, wie heftig ein ­enger Freund reagierte. «Spitzensport ist Ausbeutung!», sagte er und beendete die Freundschaft. «Weil unser Sohn Leistungssport macht und wir das unterstützen.» Michael Sieber ist immer noch betroffen. «Eltern von Sporttalenten werden schnell an den Pranger gestellt», sagt der 59-jährige Fotograf. Sein Sohn Beda-Leon ist 15 und trainiert seit drei Jahren intensiv Eiskunstlauf und Eistanz.

Eltern kennen beim Fussball keine Grenzen, so der Tenor in den Medien, als im Februar die Bestechungsaffäre bei den Grasshoppers bekannt wurde. Eltern bezahlten Juniorentrainer, um ihre Kinder im GC-Nachwuchs voranzutreiben. «Das kostet dich mehr als 10'000 Franken», schrieb ein Trainer. Die Antwort des Vaters im internen Chat: «Gut, wenn es sich lohnt, dann ist das gut.»

In den sozialen Medien und Kommentarspalten ergoss sich Häme über die Eltern. Typisch sei das. Um ihre Kinder zu pushen, sei ihnen jedes Mittel recht. Lauter überehrgeizige Väter und Mütter, die nur einen Plan hätten: über ihr Kind Ruhm zu erlangen. Mit Geld, Drill und Druck – in einem ausbeuterischen Leistungssystem. Wirklich?

Wahr ist so ziemlich das Gegenteil. Eltern wissen oft gar nicht, was sie tun sollen, wenn ihr Kind überdurchschnittlich begabt ist und plötzlich Ambitionen hat. Nichts anderes mehr als Sport treiben will. Sie sind hin und her gerissen zwischen Fördern und Bremsen. Fragen sich ständig, was das Beste ist für ihr Kind.

«Wie gut er ist, haben wir lange nicht richtig verstanden»

Michael Sieber hadert ab und zu mit dem Weg, den sein Sohn mit dem Eiskunstlauf eingeschlagen hat. Er macht sich auch Gedanken über dessen Gesundheit: Was, wenn er sich ernsthaft verletzt? Lohnt sich der ganze Aufwand, das viele Training? «Soll er sich das wirklich zumuten?» Mutter Prisca Sieber sagt: «Beda-Leon ist so euphorisch mit seinem Sport. Er geht vollkommen darin auf.» Das hätten sie akzeptieren müssen – es habe aber gedauert, so die 48-jährige Grafikerin. Manchmal frage sie sich schon, ob der Sohn ihnen später vorwerfen werde, dass er keine Zeit zum «Abhängen» gehabt habe.

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Beda-Leon fing erst als Zehnjähriger mit dem Schlittschuhlaufen an – eher spät für eine allfällige Profikarriere. Schon als Erstklässler war er von Mitschülern «Primaballerina» gerufen worden, weil er gern Pirouetten drehte. Aber erst eine Aufführung von «Kids on Ice» entfachte das Feuer in ihm. Beda-Leon beschied seiner Mutter, er wolle auch mal so auf dem Eis stehen.

Ein Jahr später, 2015, war es so weit. Schnell setzte er sich durch, bestand einen Test nach dem anderen und fand einen professionellen Verein in der Zürcher Agglomeration. Dort trainiert er seither täglich mehrere Stunden – nach der Schule. «Wie gut er ist, haben wir lange nicht richtig verstanden», sagt Prisca Sieber. «Wir sind ja beide nicht vom Fach.» Michael Sieber sagt von sich sogar, er sei «völlig unsportlich».

«Was, wenn er sich ernsthaft verletzt?»

Prisca und Michael Sieber mit ihrem Eistänzersohn Beda-Leon (15)

Prisca und Michael Sieber mit Sohn Beda-Leon (15).

Quelle: Philipp Rohner

Sportförderung ist Privatsache

Der Aufwand, den die Siebers für Beda-Leons Leidenschaft leisten, ist immens: Rund 25'000 Franken blättern sie jährlich für Ausrüstung, Vereins- und Kurskosten hin. Allein eine Trainingslektion kostet 90 Franken, ein Paar Schlittschuhe 1500 Franken; er braucht mehrere im Jahr. Der organisatorische Aufwand entspreche zeitweise einem 20-Prozent-Job, sagt Prisca Sieber. «Am Anfang war ich total verloren, wusste gar nicht, wie ich alles unter einen Hut bringen soll. Job, Familie, Leistungssport, Schule.»

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Unterstützung bekommen die Siebers kaum. «Die Belastung ist enorm», sagt die Mutter. Sie hätten ja noch zwei weitere Kinder, die ebenfalls Bedürfnisse hätten. In der Schweiz werde die Sportförderung grösstenteils den Privaten überlassen, kritisiert der Vater. «Wer es sich nicht leisten kann, fliegt raus.» Ohne Sponsoren, die sie im privaten Umfeld suchen, würden sie es nicht schaffen.

«Sporteltern verdienen Unterstützung, ihre Arbeit ist zentral», bestätigt David Egli, der sich beim Dachverband Swiss Olympic mit dem ­Karriereaufbau von jungen Leistungssportlern befasst. Eltern sind Tröster, Stabilisatoren, Motivierer. Oft bleibt es in der Schweizer Sportförderung bei der verbalen Wertschätzung. Bis sie Massnahmen nach sich zieht, dauert es. Besonders in der frühen Phase, wenn noch völlig offen ist, ob es das Talent je an die Spitze schaffen wird, müssen die Eltern alles allein stemmen.

Sport – auch der prestigeträchtige Leistungssport – wird als Privatsache verstanden. Das Schweizer Modell der Sportförderung ist ein ­föderalistischer Mix aus Milizarbeit Mangel an Freiwilligen «Noch nie war es so notwendig, solidarisch zu handeln» , Sponsoring und staatlicher Unterstützung. Die Geldflüsse im verschachtelten System sind schwierig auseinanderzuhalten. Klar ist: Direkt für die Nachwuchsförderung der Verbände stellt der Staat jährlich neun Millionen Franken zur Verfügung. Im Vergleich mit anderen Ländern ist das bescheiden.

Bloss 2993 direkt Unterstützte

Förderung bedeutet nicht automatisch Direktzahlungen. Dafür müssen Sportlerinnen schon aussergewöhnlich gut sein und in ihrer kurzen Karriere bereits ­etliche Stufen erklommen haben. Entscheidend sind die sogenannten Talent-Cards von Swiss Olympic: Erst wer eine nationale Karte hat, kann vom Fördertopf der Stiftung Schweizer Sporthilfe profitieren. (siehe Infografik) Zurzeit gibt es im Nachwuchsbereich rund 17'800 Karteninhaber, davon haben 2993 eine nationale Talent-Card. Sie sind die besten der geschätzten 750'000 Jungsportler zwischen 5 und 20 Jahren.

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Vor kurzem hat auch Eiskunstläufer Beda-­Leon eine nationale Talent-Card bekommen. Er ist nun auf der Suche nach einem Sporthilfe-­Paten. Seine Leidenschaft ist längst kein Hobby mehr, sondern der Lebensinhalt des Sekundarschülers. Letzten Winter hat er zum Eistanz gewechselt. Zusammen mit seiner Partnerin Gina Zehnder will er an den Youth Olympic Games 2020 in Lausanne teilnehmen. Ein ambitioniertes Ziel, aber auch ein realistisches. Die beiden gehören bereits dem Nationalkader A an. Im ­Eistanz sieht Beda-Leon grössere Chancen, zur Spitze aufzusteigen, denn als Sololäufer.

Aber: Im Sport gibt es keine Garantien, es kann schon morgen zu Ende sein. Wegen Rücken­problemen musste Beda-Leon letztes Jahr monatelang pausieren, er hatte einen Ermüdungsbruch erlitten. Seine Eltern hat das alarmiert: «Auch wenn er von einem Tag auf den anderen aufhören müsste, würden wir ihn genauso lieben und weiter unterstützen.» Was er als Leistungssportler lerne, werde ihm später im Leben zugutekommen. Die Siebers stehen zu ihrem Sohn und dem Weg, den er eingeschlagen hat, und machen daraus auch kein Geheimnis. «In unserem Leben dreht sich viel um Beda-Leon.»

So funktioniert das Athleten-Fördermodell von Swiss Olympic

Klicken Sie auf das Bild, um zur Infografik über das Athleten-Fördermodell von Swiss Olympic zu gelangen

Klicken Sie auf das Bild, um zur Infografik zu gelangen.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
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Gefährliche Überidentifikation

Dass Eltern ihre Pläne komplett nach der sportlichen Agenda ihrer Kinder ausrichten, erlebt Sportpsychologin Katharina Albertin häufig (siehe Interview). Es sei wichtig, «die Beziehung immer ­wieder etwas zu ‹entkleben›», sagt sie. Sonst könne eine Überidentifikation Generation ­Nervensäge Das Problem sind die Eltern entstehen. Die Verquickung von Sport und Privatleben führe auch dazu, dass Sporteltern die Ambitionen ihrer Sprösslinge nicht gern an die grosse Glocke hängen. Denn die hochfliegenden Pläne passen schlecht zur schweizerischen Bescheidenheitsmentalität. Und es besteht die Gefahr, am Ende womöglich das Scheitern des Kindes zugeben zu müssen – und damit das eigene Scheitern.
 

«Allein für die Transporte kommen wir sicher auf 20'000 Kilometer im Jahr. Obwohl wir uns mit anderen Eltern abwechseln.»

Karin und Christian Zoss, Eltern von Marco (12)


In einem derart überhitzten Umfeld tut es gut, mit Eltern zu sprechen, die Bodenhaftung und eine gewisse Distanz bewahrt ­haben. Wie Karin und Christian Zoss aus dem Zürcher Unterland: «Unser Sohn Marco soll ­seinen Weg als Eishockeyspieler gehen, aber er muss ihn allein bewältigen. Wir unterstützen ihn, so weit wir können.» Am wichtigsten sei ­ohnehin, dass er neben dem Sport auch die Schule und später eine Ausbildung hinbekomme. Ende Saison gebe es aber Momente, in denen sie sich sage, «ich mag nüme», erzählt Karin Zoss. Der ganze Aufwand für den Sport ihres Sohnes, dazu der eigene Job, «da bin ich dann total ausgepowert», so die 44-Jährige.

Die kaufmännische Angestellte erzählt: «Ich war schon als Kind Fan des EHC Kloten.» Sie ermunterte ihre beiden Söhne, mit dem Hockey anzufangen ­– «damals wusste ich ja nicht, was ich damit auslöse». Marco fing als Vierjähriger in der Hockeyschule an, er eiferte seinem zwei Jahre älteren Bruder nach. Schnell lief es ihm richtig gut, er überflügelte den Älteren. Heute, mit zwölf, spielt er als Stürmer in der U-13-Elite der «Young Flyers». Das bedeutet: im Winter viermal Training pro Woche plus Match, im Sommerhalbjahr «nur» dreimal plus ein Eistraining im Thurgau.

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«Allein für die Transporte kommen wir sicher auf 20'000 Kilometer im Jahr», sagt der 47-jährige Christian Zoss. Obwohl sie sich mit anderen Eltern abwechseln. «Wir sind sein Support-­Team», sagt der Vater, kaufmännischer Angestellter auch er.

Kürzlich hat Sechstklässler Marco einen Platz in einer Sportschule erhalten. «Das war eine ­riesige Erleichterung», sagt Karin Zoss. «Es ­hätte eine Krise gegeben, wenn das nicht geklappt hätte.» An den normalen Schulen werde nicht viel Rücksicht auf die Bedürfnisse der Sport­lerinnen und Sportler genommen. Je nach Schulleitung sei wenig Verständnis da. «Mit der Sportschule wird das anders, dort richten sie die Stundenpläne nach den Trainingsplänen aus.»

«Marco soll ­seinen Weg als Eishockeyspieler gehen, aber er muss ihn allein bewältigen.»

Karin und Christian Zoss mit ihrem Eishockeyspieler-Sohn Marco (12)

Karin und Christian Zoss mit Sohn Marco (12).

Quelle: Philipp Rohner

sporteltern.zh: Der Kanton Zürich ist Vorreiter

Auf der Suche nach Unterstützung sind die Zoss’ bei sporteltern.zh gelandet. Das Projekt, einmalig in der Schweiz, wurde letztes Jahr vom Sportamt des Kantons Zürich lanciert. Es soll Eltern helfen, «ihre Rolle in der Begleitung der Sportlaufbahn ihrer Kinder besser wahrzu­nehmen», erklärt Sascha Korner, die kantonale Beauftragte für Nachwuchsförderung. Was die Eltern stärkt, tut auch den jungen Athletinnen und Athleten gut. Gemäss einer Studie der Sporthochschule Magglingen haben die Eltern den grössten positiven Einfluss auf die Karriere. 88 Prozent der Talente sagen, der Einfluss der Eltern sei «sehr stark».

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Das erste Produkt von Sporteltern.zh ist die «Toolbox», ein Nachschlagewerk, das Eltern ­Informationen für ihren eben nicht so alltäglichen Alltag liefert. Dass die Box bereits 1600-mal ­bezogen wurde, unterstreicht, wie gross das ­Bedürfnis nach Unterstützung ist. Das Hauptanliegen der Familien ist die Vereinbarkeit des Spitzensports mit Schule und Ausbildung.

Glück hat, wer sich einen der raren Plätze an einer Sportschule ergattert. Schweizweit gibt es gut 50 Schulen, die die Auflagen dafür erfüllen. Alle anderen Talente sind auf den Goodwill von Schulleiterinnen und Firmenchefs angewiesen. Sascha Korner freut es, dass sich in ihrem Kanton die Zahl der «leistungssportfreundlichen Lehrbetriebe» seit 2015 auf 89 verdreifacht habe. Im ganzen Land gibt es 381 Firmen, die dieses Label tragen.

Der Dachverband Swiss Olympic versucht, das System der Sportförderung als Ganzes zu verbessern. Sein Konzept FTEM Schweiz – für Foundation, Talent, Elite, Mastery – verfolgt das Ziel, übergreifend für alle Sportarten den Weg der jungen Athleten in zehn Phasen zu gliedern, vom Breitensport bis zum Topniveau. «Das hilft bei der Klärung, welche Player wann welche Rolle spielen», so David Egli, Leiter der Abteilung Sport. Die Eltern finden sich in diesem Schema nur in einer Nebenrolle als «Betreuer» wieder. «Primär ist der jeweilige Verband verantwortlich, auf die speziellen Herausforderungen von Sporteltern aufmerksam zu machen», sagt Egli. Swiss Olympic unterstütze diese Aufgabe unter anderem mit Infobroschüren.

Fussballer im Vorteil

Wohl dem, der in eine gut ausgestattete Organisation eingebunden ist. Im Fussball, Sportart Nummer eins, profitieren die Talente – und indirekt ihre Eltern – von professionellen Strukturen, besonders bei den Grossklubs. Für Peter Bernauer, Geschäftsführer eines KMU im Pharma- und Kosmetikbereich, ist klar, welchen Titel sein 15-jähriger Sohn Jacob über diesen Beobachter-Artikel setzen würde: «Es ist ein Privileg, beim FCB zu sein.»

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Jacob Bernauer spielt in der U-15 im Nachwuchs des FC Basel. Ab dieser Stufe wird es ernst mit der Fussballkarriere: wöchentlich fünf Trainings, Meisterschaft und Cup auf höchster nationaler Stufe, wachsender Konkurrenzdruck. Es ist auch der Punkt, an dem die Trainer endgültig wichtiger werden als die Eltern. Ihnen verbleibt die Rolle als Fans und Organisationskomitee. «Wenn der Spielplan rauskommt, schauen wir jeweils, ob es für uns als Familie für ein freies Wochenende reicht», sagt Alexandra Bernauer, die Mutter. Der 52-Jährigen ist wichtig, dass ihre Töchter nicht zu kurz kommen bei all der Aufmerksamkeit für Jacob. «Zum Beispiel verbinden wir einen Match mit einem Badibesuch.»
 

«Solange Jacob der Sport Spass macht, ist das sein Weg.»

Peter Bernauer, Vater von Jacob (15)


Jacob spielt Fussball, seit er vier war. Zuerst beim SV Augst, wo auch Nationalspieler Xherdan Shaqiri angefangen hatte. Mit acht wechselte er zum FCB. Mehr Trainings, weitere Wege. Die Mutter, Ökonomin mit Teilzeitpensum, machte den Fahrdienst, sorgte aber auch dafür, dass der Filius früh selber unterwegs war. Die Schule fiel ihm leicht. Deshalb stand nie zur Debatte, dass man den sportlichen Eifer bremsen müsste. Die Coaches attestierten dem Defensivspieler schon bald Führungsqualitäten. «So etwas will eine Mutter hören», sagt Alexandra Bernauer. «So kommt man durchs Leben, nicht nur im Sport.»

Der Sport bestimmt das Leben des Teenagers. Trainings und Spiele spannen ihn ein, für ­jugendliche Ausschweifungen ist kein Platz. Keine Sorge, dass Jacob ein Stück seiner Kindheit verpasst? Vater Peter Bernauer sagt: «Solange ihm der Sport Spass macht, ist das sein Weg.»

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Seinetwegen müsste Jacob das nicht machen, schiebt der 53-Jährige nach. Bernauer war früher selber Profi beim FCB, ein Haudegen in der Innenverteidigung, damals in den späten Achtzigern, als die Basler die bittere Phase in der Nationalliga B durchmachten. Aus dieser Zeit weiss er, wie es läuft im Spitzenfussball, weiss, wie die Ellbogen ausgefahren werden, damit man den Platz im Kader behält.

Für den Sohn ist klar, dass er Profi werden will. Der Vater, der Ex-Profi, ist eher Zweifler und Bremser. Peter Bernauer ist froh, dass Jacob in die Gymi-Sportklasse aufgenommen wurde. «So kann er sich einen Plan B offenhalten.» Bislang funktionierte Plan A, aber das garantiert für gar nichts. Im Schnitt gelingt pro Jahrgang nur ­einem Nachwuchsspieler der Sprung in die erste Mannschaft des FCB. Fazit: «Es kann noch so viel passieren – auf alle Seiten.»

Wohin führt die Reise der jungen Talente?

Vielleicht passiert ja irgendwann das: Jacob Bernauer schiesst die Schweiz in den WM-Viertelfinal. Beda-Leon Sieber tanzt sich zum EM-Titel. Marco Zoss gewinnt den Stanley-Cup. Dann entfaltet der Sport seine volle Kraft. Die ­Erfolge lassen Emotionen frei, sorgen für ein Wir-Gefühl Fussball «Die WM-Euphorie passt zum Zeitgeist» , fesseln die Nation an den Fernseher.

Vielleicht schaffen Jacob, Beda-Leon und Marco den letzten Schritt aber nicht. Oder eine Verletzung lässt ihre Träume platzen. Dann verschwinden sie still und leise aus Ranglisten und Aufstellungen – und das Rampenlicht gehört der Konkurrenz. Der immense Aufwand, den sie und ihre Eltern betrieben haben, das ständige Hoffen und Bangen, ist dann ohne Wert.

So schön der Sport ist, so unerbittlich kann er sein, so unberechenbar. Frage deshalb: Wohin führt die Reise?

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Fussballvater Peter Bernauer: «Manchmal wäre es mir fast lieber, wenn Jacob sagen würde, er wolle etwas anderes machen. Denn ich kenne die schmutzigen Seiten des Fussballgeschäfts.»

Eiskunstlaufmutter Prisca Sieber: «Wir nehmen es, wie es kommt. Wir definieren uns nicht über Beda-Leons Erfolg.»

Die Hockeyeltern Zoss: «Marco muss nicht Profi werden. Wir sind einfach seine Eltern. Was immer er entscheidet, ist okay.»

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Birthe Homann, Redaktorin

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