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Säule 3aSteuern sparen schwer gemacht

Vorsorgegelder kann man mit 65 doppelt einzahlen und abziehen: Die Ämter tun so, als sei dieser Spartrick Geheimwissen.

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Beat Alpiger* war überzeugt, dass er über die Steuerregeln für die gebundene Vorsorge 3a bestens im Bild sei. Er wusste, dass er bis zu fünf Jahre über seine ­Pen­sio­nierung hinaus steuerbegünstigt sparen konnte. Ein Kollege vom Steueramt hatte ihm zudem gesteckt, dass er im Jahr seiner ordentlichen Pen­sionierung gleich doppelt in die Säule 3a einzahlen könne, weil er nach 65 weiterarbeite.

Gesagt, getan. Für die Zeit bis zu seinem Geburtstag am 31. Juli zog er erst die ordent­lichen 6682 Franken ab und für die letzten fünf Monate des Jahres weitere 8400 Franken (20 Prozent des Betrags, den er bis Ende Jahr verdient hatte).

Doch er hatte die Rechnung ohne das Solothurner Steueramt gemacht. Weil Alpiger den regulären 6682-Franken-Abzug erst nach seinem Geburtstag auf sein 3a-Konto überwiesen hatte, sei dieser Anspruch verwirkt. Also könne er nur 8400 Franken abziehen – und müsse wohl oder übel gut 2000 Franken mehr Steuern zahlen, teilte ihm die Steuerbehörde mit.

Nur: Alpiger konnte das entscheidende Detail gar nicht kennen. Der Hinweis auf den Geburtstag als Stichdatum fehlt in der Wegleitung zur Steuer­erklärung. Nur wer die Hilfe ­eines guten Steuerberaters in Anspruch nimmt, kann von diesem Trick profitieren.

Behörden ohne Einsicht

Daran soll sich nichts ändern, wie eine Umfrage bei den ­Steuerverwaltungen von vier Kantonen ergab: Nicht eine will die Präzisierung in die Weg­leitung aufnehmen. Der Leiter Recht und Gesetzgebung der Solothurner Steuerbehörde sagte, es gebe ja Ratgeber zur Genüge. Deshalb müsse seine Behörde nicht eigens auf diesen Punkt hinweisen. Kein Musikgehör hat auch der Berner Steuerverwalter Bruno Knüsel: Es könne nicht Aufgabe einer Steuerverwaltung sein, die «Gestaltungsspielräume im Bereich der Vorsorge aufzuzeigen». Der Zürcher Amtschef Adrian Hug schreibt: «Die Säule 3a ist eine freiwillige Steuersparmöglichkeit, weshalb der Ball nicht primär beim Steueramt liegt.» Vom Schlupfloch wird weiterhin nur profitieren können, wer mehr weiss, als in der Wegleitung steht.

Nur der Kanton Basel-Stadt zeigt sich etwas flexibler: «Es genügt, wenn die Einlagen in jenem Steuerjahr eingezahlt werden, in dem der Steuerpflichtige pensioniert wird», ­erklärt Christian Mathez, Leiter Rechtsdienst.

* Name geändert

Veröffentlicht am 02. Juli 2012

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1 Kommentar

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combat-ant
Arrogant und überheblich Stellvertretend für sehr viele Angehörige dieser Zunft geben im Artikel Representanten der Kantone BE, SO und ZH ihre Art der Informationsvermittlung wieder. Von INSIEME bis in die kleinste Gemeinde findet sich solches Verhalten. Das nennt sich „offene, bürgerfreundliche Verwaltung“, transparente Information, (online-) Hilfe und detaillierte Wegleitungen scheinen diesem Apparat etwas unerwünschtes.