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InvalidenversicherungAssistentin krank – wer bezahlt ihren Lohn?

Frage: Mein Mann ist behindert und erhält von der IV Beiträge für eine Assistentin, die ihn unterstützt. Nun ist sie schon länger krank, und wir brauchen einen Ersatz. Müssen wir für die Mehrkosten aufkommen?

Bei der Lohnfortzahlung der kranken Assistentin gilt das, was im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Liegt keine Bestimmung vor, wird der kantonale Normalarbeitsvertrag (NAV) angewendet.
von aktualisiert am 14. Februar 2018

Nein. Die IV kommt für den Grossteil der zusätzlich anfallenden Kosten auf. Sie bezahlt die Lohnfortkosten für die kranke Assistentin während maximal dreier Monate und übernimmt den Lohn für den Ersatz.

Assistenzbeiträge erhalten selbständig lebende Behinderte, um Hilfspersonen anzustellen, die sie im Alltag unterstützen. Wer eine Hilflosenentschädigung der IV erhält, zu Hause wohnt und bereits einen Arbeitsvertrag mit einem Assistenten hat, kann diese Unterstützung beantragen. Leider darf die behinderte Person keine Verwandten in auf- oder absteigender Linie anstellen, auch nicht den Lebenspartner.

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Frei nehmen, um einen Ersatz zu suchen

Allerdings müssen Sie ja jetzt schnell eine Ersatzperson finden. Falls Sie berufstätig sind, dürfen Sie für diesen Notfall beim Arbeitgeber bezahlte Freizeit verlangen, bis die weitere Betreuung organisiert ist. Denn aufgrund der ehelichen Beistandspflicht sind Sie gesetzlich verpflichtet, Ihrem Mann in Notfällen zu helfen.

Auf der Homepage des Assistenzbüros können Sie für die Suche ein Inserat schalten. Ausserdem finden Sie dort auch Angebote von Stellensuchenden.

Lohnfortzahlung muss gewährleistet sein

Die erkrankte Assistentin Ihres Mannes hat für eine gewisse Zeit Anrecht auf den Lohn. Wenn im Arbeitsvertrag keine Bestimmung zum Krankenlohn vorliegt, gilt der kantonale Normalarbeitsvertrag (NAV). In Zürich, wo Sie leben, sieht der NAV eine Krankentaggeldversicherung für die Mitarbeiterin vor.

Falls Sie im Vertrag die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht geregelt und auch keine Taggeldversicherung abgeschlossen haben, müssen Sie während maximal 720 Tagen den Ausfall des Salärs zu 80 Prozent finanzieren.

Wenn die Lohnfortzahlung nach Ob­ligationenrecht fixiert wurde, müssen Sie im ersten Dienstjahr der Assistentin den Lohn während dreier Wochen weiter zahlen. Falls die Assistentin schon länger bei Ihnen angestellt ist, gilt entsprechend der sogenannten Zürcher Skala eine längere Lohnfortzahlungspflicht. Sie können die Lohnfortzahlung für die Assistentin während längstens dreier Monate zusätzlich bei der IV beantragen.

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Mehr zu den Leistungen der IV bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Neben einer Rente bezahlt die Invalidenversicherung Leistungen, die den Alltag der Betroffenen erleichtern und die soziale wie berufliche Integration fördern soll. Mitglieder von Guider erfahren nicht nur, wie hoch diese Leistungen sein können, sondern auch welche Voraussetzungen für das Beantragen erfüllt sein müssen.

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