Hans Müller hat alles dokumentiert. Fein säuberlich. Jede Geldübergabe an jedem Ort; in Zürich, Zagreb oder Pristina. Insgesamt 1'080'000 Euro. Hans Müller heisst tatsächlich anders. Aber fast genauso gewöhnlich. Das, was ihm passiert ist, ist dafür umso ungeheuerlicher. Was genau, darüber wird an diesem Morgen an einem Zürcher Gericht verhandelt. Müller sitzt hinten, auf den Zuschauerrängen, neben einer Handvoll Journalisten. Der Saal ist holzgetäfert, die drei Richter grau behaart. Die einzige Extravaganz leistet sich die Dolmetscherin, als sie ihren eleganten Fedora-Hut vor sich auf den Tisch ablegt.

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Schräg rechts von Hans Müller, den Rücken zu ihm gewandt, sitzt die Angeklagte. Die Frau, die wir hier Liridona Gashi nennen und die ihn um diese Million betrogen haben soll. Für das, was ihr vorgeworfen wird, sieht die Frau überraschend unscheinbar aus. Schmal, fast zerbrechlich, eingesunkene Schultern. Wenn sie geht, dann hinkend. Wegen starker Osteoporose, wie sie später dem Gericht erklären wird. Wenn sie spricht, dann leise. Beiger Pulli, schwarze Hose. Blonde Strähnen, dunkler Haaransatz.