«Ohne meine Eltern würde ich nicht überleben»
Silvia Wermelinger erkrankte vor drei Jahren an Long Covid. Früher verdiente sie gut, heute ist die 50-Jährige auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Für die Beobachter-Serie legt sie ihr Budget offen.

Veröffentlicht am 4. Februar 2026 - 17:48 Uhr

Die sozialen Kontakte von Silvia Wermelinger (Name geändert) beschränken sich auf ihre Familie – das Budget und die Krankheit lassen nicht mehr zu.
Vor drei Jahren hat sich Silvia Wermelinger mit Corona angesteckt. Einige Wochen war sie krankgeschrieben, dann ging die gelernte Büroangestellte zurück zur Arbeit. «Es kam mir vor, als ginge jemand anders für mich arbeiten», erklärt Wermelinger, die in Wirklichkeit anders heisst. Ein halbes Jahr und viele neurologische Untersuchungen später kam die Diagnose: Long Covid.
Den Job als Personalberaterin in einem Personalvermittlungsbüro verlor die heute 50-Jährige. Knapp zwei Jahre war sie arbeitslos. Schliesslich musste sie sich eingestehen, dass es so nicht weitergehen kann. Wermelinger meldet sich bei der IV an. Die Abklärungen dauern. Bis zum definitiven IV-Entscheid bekommt sie Sozialhilfe. Ohne ihre Eltern würde sie finanziell nicht überleben.