Ich will einen Verlustschein gegen mich löschen lassen, ich schulde nichts.
Sie können Klage einreichen. Doch das kostet. Es lohnt sich nur, wenn Sie gute Erfolgschancen haben und Ihnen der Eintrag im Betreibungsregister tatsächlich Probleme bereitet. Lassen Sie sich zuerst von einer Juristin beraten.
 

Die Forderung der Gläubigerin ist berechtigt. Ich möchte die Sache endlich abschliessen.
Versuchen Sie, mit der Gläubigerin eine Abzahlungsvereinbarung auszuhandeln. Je älter der Verlustschein und je schlechter Ihre Aussicht auf finanzielle Erholung ist, desto grösser sind Ihre Chancen, dass die Gläubigerin mit einem reduzierten Preis einverstanden ist. Die zuständige Schuldenberatungsstelle Ihres Wohnkantons kann Sie unterstützen. Falls die Gläubigerin auf der vollen Summe besteht, müssen Sie das aber akzeptieren.
 

Ich wurde betrieben, obwohl ich nichts schulde, und wehrte mich nicht. Nun betreibt mich die Gläubigerin wieder.
Mit Rechtsvorschlag können Sie die Forderung bestreiten. Dann muss die Gläubigerin vor Gericht ziehen und Beweise für ihren Anspruch einreichen. Und Sie können dort Ihre Gründe darlegen, warum Sie nichts schulden; etwa dass Sie nie in einen Vertrag eingewilligt oder bereits alles bezahlt haben.

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Beobachter-Abonnenten erhalten mit dem Merkblatt «Betreibung» nicht nur Infos, wie sie sich gegen eine ungerechtfertigte Betreibung wehren können, sondern auch wie das Verfahren generell abläuft.

Ein Gläubiger droht, mich für einen alten Verlustschein zu betreiben. Doch ich kann mich an nichts erinnern.
Verlangen Sie eine Kopie des Verlustscheins und einen Beweis für die Forderung. Falls bereits ein Betreibungsverfahren läuft, können Sie das auch über das Betreibungsamt fordern. Erheben Sie zur Sicherheit Rechtsvorschlag.
 

Trotz Privatkonkurs bin ich noch immer knapp bei Kasse. Nun hat mich die Gläubigerin wieder betrieben.
Sie können den «Rechtsvorschlag kein neues Vermögen» erheben (siehe auch Checkliste «Einrede kein neues Vermögen» bei Guider; exklusiv für Beobachter-Abonnenten). Damit wird automatisch ein Verfahren eröffnet, in dem das Gericht prüft, ob Sie neues Vermögen bilden konnten. Damit sich Schuldner nach einem Konkurs finanziell erholen können, dürfen sie mehr als nur das betreibungsrechtliche Existenzminimum behalten. Dieses erweiterte Existenzminimum berechnen die Kantone unterschiedlich.

Weil Sie beim Verfahren die Rolle des Klägers einnehmen, müssen Sie die Gerichtskosten vorschiessen. Wenn das Gericht kein neues Vermögen feststellt, muss Ihnen die Gläubigerin aber die Kosten erstatten.

Wichtig: Den «Rechtsvorschlag kein neues Vermögen» können Sie nur bei Konkursverlustscheinen erheben.

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Im Konkursverfahren wurde die Forderung einer Gläubigerin zu Unrecht aufgenommen.
Falls Sie die Gläubigerin erneut betreibt, können Sie den normalen Rechtsvorschlag erheben, um die Forderung zu bestreiten. Wenn Ihre Finanzen immer noch mager sind, können Sie zusätzlich «Rechtsvorschlag kein neues Vermögen» erheben.
 

Ein Inkassobüro fordert wegen eines Konkursverlustscheins Unterlagen wie Lohnausweis und Steuererklärung und droht mit Betreibung.
Sie sind gegenüber dem Inkassobüro zu nichts verpflichtet, Sie müssen keine Unterlagen herausgeben. Sie können höchstens mitteilen, dass Sie kein neues Vermögen haben und bei einer Betreibung den entsprechenden Rechtsvorschlag erheben werden. Auf weitere Zahlungsaufforderungen brauchen Sie nicht mehr zu reagieren. Wenn es dem Inkassobüro ernst ist, soll es die Betreibung einleiten. Dann können Sie «Rechtsvorschlag kein neues Vermögen» erheben. Erst im nachfolgenden Prozess sind Sie verpflichtet, Unterlagen einzureichen.

Wichtig: Inkassokosten wie Verzugsschaden Mahnung Muss ich fürs Inkasso zahlen? und dergleichen schulden Sie in aller Regel nicht.
 

Ich habe viele Verlustscheine. Muss ich Verzugszinsen zahlen? Das wäre viel Geld für mich.
Nein, auf Verlustscheinen läuft kein Verzugszins – so steht es im Gesetz.
 

Wann verjähren Verlustscheine?
Nach 20 Jahren. Dann löscht das Betreibungsamt die Verlustscheine automatisch aus dem Register. Vorsicht: Die Verjährung beginnt von neuem zu laufen , wenn die Gläubigerin betreibt oder klagt – oder wenn der Schuldner die Forderung anerkennt, zum Beispiel indem er eine Rate zahlt.

Wichtig: Alle Verlustscheine, die vor dem 1. Januar 1997 entstanden sind, sind am 1. Januar 2017 verjährt. Damals wurde die Verjährungsfrist eingeführt, vorher waren Verlustscheine unverjährbar.
 

Mein Vater ist verstorben und hat mir einige Verlustscheine hinterlassen. Gilt hier die gleiche Frist?
Nein, Erben haften nur ein Jahr lang nach Eröffnung des Erbgangs. Wenn die Gläubiger erst nach Ablauf dieser Frist davon erfahren, ist es zu spät.

Mehr zu Verlustscheinen bei Guider

Das Betreibungs- und Konkursverfahren gestaltet sich kompliziert und langwierig. Guider bietet Beobachter-Abonnenten einen einfachen Überblick, zeigt welche Verlustscheine es gibt und welche Abwehrmöglichkeiten Schuldner haben, wenn sie erneut betrieben werden.

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Christian Gmür, Content Manager Ratgeber

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